Vergleichsmarkt

Kurth: Betriebsdaten sind kein Geschäftsgeheimnis

Um einen sachgerechten Vergleich der Unternehmen im Rahmen der Regulierung zu ermöglichen, müssen die Energieversorger kooperativ mit der Bundesnetzagentur zusammenarbeiten und entsprechende Zahlen bereitwillig zur Verfügung stellen, sagte Matthias Kurth auf einer Tagung in Berlin.

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Düsseldorf/Berlin (red) - "Die Bundesnetzagentur will fair und sachgerecht mit der Energiewirtschaft umgehen, aber dafür brauchen wir Zahlen und Fakten von Ihnen", appellierte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, an die 650 Teilnehmer der 10. Euroforum-Jahrestagung "Stadtwerke 2006", die kürzlich in Berlin stattfand.

Das nun umzusetzende Vergleichsverfahren sei durch das Gesetz bestimmt, die Klagen von Stadtwerken gegen die Vergleichsdaten nicht nachzuvollziehen, sagte Kurth weiter. Die Daten im Vergleichsverfahren als Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis anzusehen, bezeichnete er als unzutreffend. "Wir befinden uns hier in einem natürlichen Netzmonopol. Netzbetreiber erlangen keinen Wettbewerbsvorteil, wenn sie die Vergleichsdaten des benachbarten Netzbetreibers kennen."

Kurth räumte ein, dass die derzeitigen Vergleiche nur ein grobes Raster darstellen. Strukturelle Unterschiede mit dem Faktor zehn seien möglicherweise interpretationsbedürftig. "Wenn man robuste Vergleichsdaten erreichen will, sind noch weitere Einflussfaktoren zu berücksichtigen", betonte Kurth. Genau hier setze das Benchmarking an, wie es im Konzept der Anreizregulierung vorgesehen ist. Ziel seiner Behörde sei es, auf der Grundlage geeigneter Benchmarking-Systeme ein Höchstmaß an Robustheit und Zuverlässigkeit zu erreichen und damit einen sachgerechten Vergleich der Unternehmen zu ermöglichen. Der Preis für derartige umfassende Analysen sei aber eine umfangreichere und detaillierte Datenerhebung, führte der Bundesnetzagentur-Präsident weiter aus.