Jetzt reicht's!

Kunden wehren sich gegen Wechselgebühren

Zwei ehemalige Kunden der Stadtwerke Merseburg, die für ihren Wechsel zu Yello 75,08 DM für eine Sonderablesung zahlen sollen, haben gegen den Regionalversorger eine Einstweilige Verfügung erwirkt. Die Kosten für das Gerichtsverfahren bekommen sie von Yello erstattet.

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Obwohl das Bundeskartellamt schon vor Monaten Gebühren beim Wechsel des Stromanbieters für unzulässig erklärt hat, haben die Stadtwerke Merseburg Kunden, die zu Yello Strom gewechselt sind, Kosten für eine Sonderablesung in Rechnung gestellt. Nun droht der Regionalversorger mit einer Unterbrechung der Stromversorgung, falls die ehemaligen Kunden diese "Wechselgebühren" von 75,08 DM nicht bezahlen. In dem Kundenschreiben heißt es: "Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß wir bei anhaltendem Zahlungsverzug ohne nochmalige Ankündigung die Energieversorgung einstellen."

Zwei Yello Kunden haben sich nun gegen das Vorgehen der Stadtwerke Merseburg GmbH gewehrt und beim Landgericht Magdeburg eine Einstweilige Verfügung erwirkt. Sie untersagt den Stadtwerken Merseburg, den Strom abzuschalten und ihre Drohungen zu wiederholen. Damit gehen zum ersten Mal Kunden gerichtlich gegen ihren Vorversorger vor. Yello erstattet den zwei betroffenen Neukunden die Auslagen für das Musterverfahren und hat selbst eine Einstweilige Verfügung gegen die Stadtwerke Merseburg erlangt.

Erst Ende Mai hatte das Landgericht Düsseldorf die Düsseldorfer Stadtwerke dazu verurteilt, der Yello Strom GmbH zu Unrecht erhobene Wechselgebühren in Höhe von 49.300 Mark zu erstatten. In dem Urteil wurde den Düsseldorfer Stadtwerken auch untersagt, von ihren Tarifkunden bei einem Wechsel zu einem anderen Stromversorger ein Entgelt für den Aufwand zur Zählerstandserfassung oder Rechnungsstellung zu fordern.