Lkw-Konvoi und Schweigemarsch

Kumpel demostrieren für Fortführung des Bergbaus an Saar

Mit einem Lkw-Konvoi haben RAG-Mitarbeiter für die Fortführung des Bergbaus an der Saar demonstriert. Rund 20 Lkw mit insgesamt 500 Tonnen Kohle fuhren im Schritttempo am saarländischen Landtag vorbei, wo sich am Mittag der Wirtschaftsausschuss in einer Sondersitzung mit der Situation im Bergbau befassen wollte.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Der Lkw-Konvoi stand unter dem Motto "Wir bringen euch den Kohlerest für ein warmes Osterfest". Damit wollten die Bergleute auf die Bedeutung der saarländischen Kohle für die heimischen Kraftwerke aufmerksam machen. Der Konvoi fuhr anschließend zum Kraftwerk Fenne in Völklingen, wo die Kohle entladen werden sollte. Zudem zogen einige hundert RAG-Mitarbeiter und Familienangehörige in einem Schweigemarsch durch die Saarbrücker Innenstadt zum Landtag.

Nach dem Verzicht auf einen weiteren Abbau in der Primsmulde nach dem schweren Erdbeben am 23. Februar hat das Unternehmen beim Bergamt Anträge auf Kohleförderung in den Feldern Grangeleisen und Wahlschied gestellt. Dort will die RAG bis 2012 in deutlich reduzierter Form weiter Kohle abbauen, um so zumindest vorübergehend etwa zwei Drittel der Arbeitsplätze im Saar-Bergbau zu erhalten.

Die Prüfung der Anträge solle "zeitnah" erfolgen, hatte Ministerpräsident Peter Müller (CDU) nach Bekanntwerden der neuen Pläne betont. Eine Entscheidung über Grangeleisen könnte noch in diesem Monat fallen. Eine Prüfung für den Abbau in Wahlschied bei Reisbach wird sich länger hinziehen, da hier noch zusätzliche Anhörungen auch von Gutachtern erforderlich sind.

CDU-Fraktionschef Jürgen Schreier forderte am Mittwoch Alternativen zu Wahlschied, da ein Abbau in diesem Gebiet große Bergschäden und Vernässungen hervorrufen könnte. Er forderte die RAG auf, diesen Streb bei den Überlegungen zur Abwicklung des Bergbaus nicht weiter in Erwägung zu ziehen.