Sicherheit geht vor

Küstenbewohner: Vorsichtiges Ja zu Offshore-Anlagen

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat eine positive Bilanz der Informationstour zu Windkraftanlagen auf hoher See gezogen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
Bevölkerung und Touristen der Nordseeinseln stehen dem Bau von Windkraftanlagen auf hoher See überwiegend positiv gegenüber. Dieses Fazit zieht die Umweltschutzorganisation Greenpeace heute zum Abschluss einer vierwöchigen Schiffsinformationstour entlang der Inseln Juist, Borkum, Norderney, Langeoog, Spiekeroog, Wangerooge und Sylt. Greenpeace sieht den Rückhalt bei den Menschen für sogenannte Offshore-Anlagen allerdings nur dann gegeben, wenn die Sicherheit des Schiffsverkehrs und der Tourismus durch die Windparks nicht beeinträchtigt werden.

"Überraschend viele Menschen wollten von uns wissen, inwieweit Windräder auf hoher See zum Klimaschutz beitragen", bilanziert Sven Teske Energieexperte von Greenpeace. "Für viele war die Möglichkeit, die Windenergie auf hoher See zu nutzen, völlig neu. Fast alle, die unsere Ausstellung und unsere Infoveranstaltungen besucht haben, waren anschließend für Offshore-Anlagen. Das zeigt wie wichtig es ist, breit über die Offshore-Technologie zu informieren und dafür zu werben." Greenpeace war mit dem historischen Segelschiff "Anna" und dem Aktionsschiff "Beluga" von Insel zu Insel gefahren, um mit einer Ausstellung und bei Podiumsdiskussionen über die Chancen der Windenergienutzung auf hoher See zu informieren. Mehr als 2000 Menschen besuchten die Greenpeace-Schiffe, über 15 000 Informationsschriften über Offshore-Windkraft wurden verteilt.

Offshore-Anlagen waren in den vergangenen Jahren vor allem von den Bewohnern der Nordseeinseln kritisiert worden, weil sie den freien Blick auf den Horizont störten. Deshalb werden viele Planer ihre Windparks noch weiter vom Festland entfernt errichten. Ein Offshore-Park in 15 Kilometern Entfernung wird dann nur noch an wenigen Tagen im Jahr am Horizont zu erkennen sein. "Die Menschen haben verstanden, dass man die Anlagen kaum sehen wird und Touristen auch künftig freie Sicht aufs Meer haben. Viel wichtiger ist ihnen, dass solche Anlagen nicht die Gefahr von Schiffsunfällen erhöhen", sagt Teske. Damit die Windenergie auf See umweltverträglich ausgebaut wird, hat Greenpeace ökologische, ökonomische und technische Rahmenbedingungen für die ersten Pilotprojekte erarbeitet. Zur Zeit liegen zehn Anträge für Offshore-Windparks auf der Nordsee und fünf für die Ostsee vor. Die ersten Teilerrichtungsgenehmigungen könnten noch im Laufe dieses Jahres vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie in Hamburg ausgesprochen werden.