Mitnahmeeffekt

Kürzung der Solarförderung führte zu wahrer Antragsflut

Die Kürzung der staatlichen Förderung von Solarstrom-Anlagen hat zu einem massiven Ausbau kurz vorher geführt. Die für die Gewährung zuständige Bundesnetzagentur in Bonn verzeichnete in den letzten vier Wochen vor dem Stichtag 1. Juli weit mehr als 50.000 Anmeldungen, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Bonn (afp/red) - Das war annähernd mehr als ein Drittel der im ersten Halbjahr 2010 insgesamt eingereichten Anträge (135.000) auf Förderung. Im gesamten Vorjahr wurden bei der Netzagentur lediglich rund 160.000 Meldungen abgegeben. Eine Meldung ist Voraussetzung dafür, das Fördergeld zu bekommen.

Bundestag und Bundesrat hatten nach langen Diskussionen eine Reduzierung der Förderung von Solaranlagen auf Hausdächern zum 1. Juli um zunächst 13 Prozent beschlossen. Zum 1. Oktober erfolgt eine Kürzung um weitere drei Prozent. Für Anlagen, die vor den Stichtagen angemeldet wurden, werden jeweils 20 Jahre lang die alten Sätze gezahlt.

"In den letzten Wochen verzeichnen wir eine Flut von Datenmeldungen", erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. Die Leistung der im ersten Halbjahr 2010 neu angemeldeten Solaranlagen belaufe sich auf mehr als drei Gigawatt und sei damit fast schon so hoch wie die gesamte im Vorjahr in Deutschland neu installierte Kapazität zur Solarstrom-Erzeugung (3,8 Gigawatt). Ende 2009 lag die installierte Leistung von Solaranlagen nach Angaben der Bundesnetzagentur bei 9,8 Gigawatt. Das entsprach bereits in etwa der Leistung von sieben Atomkraftwerks-Blöcken.