Widerspruch

Künast ruft Gaskunden zu Klagen auf

Unterstützung für Sammelklagen gegen überhöhte Gaspreise kommt jetzt auch von höchster ploitischer Ebene: Es sei "das gute Recht der Bürger, die höhere Gasrechnung nicht zu akzeptieren und nur unter Vorbehalt zu bezahlen", sagte Verbraucherschutzministerin Renate Künast.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) hat alle betroffenen Gaskunden aufgerufen, gegen die Preiserhöhungen der Energiekonzerne Widerspruch einzulegen und Sammelklagen anzustreben. "Die Erhöhung der Gaspreise ist offensichtlich nicht begründet, die Kopplung des Gaspreises an den Ölpreis ist nicht mehr zu rechtfertigen", sagte Künast der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "Die Welt" (Samstagausgabe).

Daher sei es "das gute Recht der Bürger, die höhere Gasrechnung nicht zu akzeptieren und nur unter Vorbehalt zu bezahlen", sagte sie. Auch sei es sinnvoll, sich von den Verbraucherzentralen in Sammelklagen vertreten zu lassen.

Die Gaskonzerne forderte die Ministerin zu mehr Transparenz in der Preisgestaltung auf: "Die Anbieter müssen jetzt von sich aus ihre Preiskalkulationen offen legen. Alles andere würde die Qual monatelanger Gerichtsverfahren bedeuten." Falls die Konzerne ihre Preise nicht transparenter machten, würden bundesweit immer mehr Kunden mit Hilfe der Verbraucherzentralen klagen.

Künast sagte weiter, bei der Überprüfung der Gaspreise setze sie ganz auf das Bundeskartellamt und die Bundesnetzagentur. Sie gehe davon aus, dass die Aufsichtsbehörden das Prüfverfahren bis zum Jahreswechsel abschließen könnten. Dies sei "ein Grund mehr für die Privathaushalte, die Preiserhöhungen während des Überprüfungszeitraums nicht zu akzeptieren".