Energiesparen

Künast fordert Verbot von Stand-by-Schaltungen

Für eine höhere Energieeffiziez sollten nach Forderung von Grünen-Fraktionschef Renate Künast Stand-by-Schalter an Elektrogeräten verboten werden. Damit könne in Deutschland der Strom von zwei Kernkraftwerken eingespart werden. In der großen Koalition findet die Grünen-Politikerin dabei Unterstützung.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Mannheim (ddp/sm) - "Wir sollten ein Datum festlegen, von dem an keine Geräte mehr mit einer solchen Schaltung verkauft werden dürfen", sagte die Grünen-Fraktionschef Renate Künast dem Mannheimer Morgen" (Dienstagausgabe). "Eine Stand-by-Schaltung frisst ohne Sinn und Verstand Strom, während wir gar nicht zu Hause sind." Technisch sei die Umstellung mit einfachen Maßnahmen machbar. "Wenn wir alle Stand-by-Schalter in Deutschland abschaffen, können wir auf den Strom von zwei Atomkraftwerken verzichten." Der Bürger habe davon auch finanziell etwas: "Er spürt die Entlastung spätestens bei der nächsten Stromrechnung."

In Teilen der großen Koalition stößt die Forderung von Grünen-Fraktionschefin auf Unterstützung. Der Vorsitzende des Nachhaltigkeitsbeirates des Bundestages, Günter Krings (CDU), sagte der "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe), die Größenordnung bei der Stromvergeudung durch Geräte mit dem Bereitschafts-Modus sei "so, dass man an das Thema rangehen muss und auch Vorgaben machen sollte". Notfalls müsse man "gesetzgeberische Vorgaben in Erwägung ziehen". Krings warnte jedoch vor einer Pauschalregelung. Bei Computern etwa sei die Stand-by-Möglichkeit durchaus sinnvoll.

Energieexperten zufolge verursacht der Stand-by-Betrieb von Elektrogeräten jährlich Stromkosten von bis zu vier Milliarden Euro. Der SPD-Klimaexperte und Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe sagte der Zeitung: "Wir brauchen zwar ein energiepolitisches Gesamtkonzept. Aber wir sollten auf europäischer Ebene bald ein Startjahr vereinbaren, ab dem es keine neuen Stand-by-Geräte mehr geben darf."