"Täglich neue Pannen"

Künast fordert Lizenzentzug für Vattenfall

Nach der Pannenserien in den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel hat Grünen-Fraktionschefin Renate Künast die Atomaufsichtsbehörde aufgefordert, dem AKW-Betreiber Vattenfall die Lizenz zu entziehen. Parteichef Bütikofer kritisiert das Vorgehen der Aufsichtsbehörde im Fall Brunsbüttel.

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Passau (ddp/sm) - "Vattenfall muss die Lizenz entzogen werden - schon um unserer Gesundheit willen", sagte Künast der "Passauer Neuen Presse" (Freitagausgabe). Man erfahre täglich von neuen Pannen bei Vattenfall. "Wenn man jetzt nicht die Lizenz entzieht, dann machen die demnächst in allen Atomkraftwerken dieser Republik, was sie wollen, und scheren sich den Teufel um Sicherheit", sagte Künast.

Der Atomaufsichtsbehörde in Kiel warf die Grünen-Fraktionschefin mangelhafte Kontrollen vor. "Angesichts der Mängelliste von Brunsbüttel hätte schon länger entschiedener gehandelt werden können", sagte Künast. Es sei wichtig, eine wirkungsvolle Atomaufsicht einzusetzen. Deshalb stehe sie einer Beweislastumkehr bei der AKW-Sicherheit, wie sie die schleswig-holsteinische Umweltministerin Gitta Trauernicht (SPD) vorgeschlagen hatte, nicht ablehnend gegenüber.

Grünen-Chef Reinhard Bütikofer kritisierte, im Fall Brunsbüttel gehe die Atomaufsicht "mit angezogener Handbremse" vor. "Die Auseinandersetzungen um die Vattenfall-Atomkraftwerke haben gezeigt, dass die Atomaufsicht bisher unbefriedigend funktioniert", sagte Bütikofer. Er forderte eine Konzentration der Reaktoraufsicht beim Bund.

Die Grüne Fraktionschefin schloss sich den Vorwürfen der schleswig-holsteinischen Umweltministerin an, wonach Vattenfall die Öffentlichkeit bewusst getäuscht habe. "Der Eindruck drängt sich immer mehr auf", sagte Künast. Vattenfall habe zum Beispiel vor einer Woche gesagt, jetzt sei im AKW Krümmel wieder alles gut und dabei nichts über Fehler in Brunsbüttel berichtet, obwohl die Vattenfall schon bekannt gewesen seien.