Forderung

Künast beantragt Trennung von Netz und Stromproduktion

Nach Bekanntwerden der angeblich überteuerten Stromrechnungen durch die vier großen Energiekonzerne hat die ehemalige Verbraucherschutz-Ministerin Renate Künast (Grüne) die Bundesregierung zur Zerschlagung des Oligopols aufgefordert.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - "Wir dürfen nicht zulassen, dass die vier Versorger weiterhin so agieren wie Besatzungsmächte", sagte sie der "Rheinischen Post" (Montagausgabe). Am Donnerstag will die Grünen-Fraktionschefin einen Antrag im Bundestag mit dem Titel "Das Energiekartell aufbrechen" stellen. Darin fordert sie die klare Trennung von Netz und Stromproduktion.

Die Bundesregierung müsse die EU-Kommission bei der Entflechtung der Stromkonzerne endlich unterstützen, sagte sie. Außerdem forderte Künast einen verbesserten Schutz der Verbraucher. "Wir müssen die Missbrauchskontrolle durch Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur finanziell und personell stärken", betonte sie.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" sollen E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW ihren Kunden in den Jahren 2006 und 2007 insgesamt mehr als 800 Millionen Euro zu viel berechnet haben. Auf Antrag des Hamburger Ökostrom-Anbieters Lichtblick und des Bundesverbands Neuer Energieanbieter (BNE) habe die Bundesnetzagentur ein Missbrauchsverfahren gegen die vier Versorger eingeleitet. Laut "Spiegel" haben die Netzbetreiber die Vorwürfe kategorisch zurückgewiesen.