Panne

Kühlsystem in Atomruine Fukushima fällt aus

In der Atomruine Fukushima kommt es immer wieder zu Pannen. Nachdem erst in der vergangenen Woche Tonnen verseuchten Wassers aus einem Leck strömten, fiel am Dienstag eines der Kühlsysteme aus. Die rechtskonservative Regierung möchte dennoch weiter auf Atomkraft setzen.

Atommüll Lagerung© Markus Schieder / Fotolia.com

Tokio (dpa/red) - Die Pannen in der Atomruine Fukushima reißen nicht ab: Wegen eines Ausfalls des Kühlsystem für das Abklingbecken Nummer 4 mussten die Arbeiten zur Auslagerung von Brennstäben vorübergehend ausgesetzt werden, wie der Betreiberkonzern Tepco am Dienstag bekanntgab. Arbeiter hatten am Morgen (Ortszeit) ein Kabel beschädigt, woraufhin ein Alarm ausgelöst wurde.

Temperaturgrenzen eingehalten

Das Kühlsystem lief am Nachmittag wieder. Die Temperatur in dem Becken sei unter der vorgeschriebenen Grenze von 65 Grad geblieben, versicherte Tepco. Der Betreiber hatte im November damit begonnen, rund 1.500 Brennstäbe aus dem Abklingbecken des beschädigten Reaktorgebäudes 4 zu bergen.

Leck in der vergangenen Woche

Erst in der vergangenen Woche waren aus einem Speichertank auf der Atomanlage mindestens 100 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser ausgetreten. Es handelte sich um das größte Leck, seit im August rund 300 Tonnen Wasser aus einem anderen Tank gesickert waren. Die Atomaufsicht warf Tepco schlampiges Management vor, wie die Zeitung Tokyo Shimbun am Dienstag meldete.

Das neue Leck sei Folge einer unsachgemäßen Ventilinstallation gewesen, wodurch der Tank übergelaufen sei. Zudem sei der Wasserstand der Tanks nicht richtig beaufsichtigt worden. Tepco habe eingeräumt, dass Arbeitskräfte in einem Kontrollraum das Problem nicht früh genug erkannt hätten.

Reaktoren müssen gekühlt werden

Infolge des schweren Erdbebens und Tsunamis im März 2011 waren drei der sechs Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima zerstört worden. Es kam zu Kernschmelzen. Tepco flutet die Anlage seither mit Wasser, um die überhitzten Reaktoren zu kühlen. An den Speichertanks, in denen jenes verseuchte Wasser gelagert wird, werden immer wieder undichte Stellen entdeckt.

Regierung hält an Atomenergie fest

Ungeachtet der wiederholten Pannen in der Atomruine Fukushima hält die rechtskonservative Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe auch für die Zukunft an der Atomenergie fest. Atomenergie sei eine wichtige Stromquelle, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Entwurf für einen langfristigen Energieplan.

Neustart von 17 Reaktoren

Derzeit sind sämtliche der 48 Atomreaktoren in Japan in Folge der Atomkatastrophe in Fukushima außer Betrieb. Als Ersatz für den Atomstrom führt die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt seit Jahren riesige Mengen an Öl, Gas und Kohle ein. Als Folge schreibt Japan rote Zahlen in seiner Handels- und Leistungsbilanz.

Um die über gestiegene Energiekosten klagende Industrie zu entlasten, will der Atombefürworter Abe schnell die ersten Meiler wieder in Betrieb nehmen. Die Atomaufsichtsbehörde prüft bereits Anträge zur Bescheinigung der Sicherheit für den Neustart von 17 Reaktoren.

Quelle: DPA