Verfahren eingeleitet

Kühlhausverband wehrt sich vor Bundeskartellamt gegen Energiekonzerne

Vor dem Bundeskartellamt in Bonn wurde heute ein Kartellverfahren gegen die Energiekonzerne E.ON und RWE eröffnet. Der beschwerdeführende Kühlhausverband VDKL in Bonn wirft den Energiekonzernen vor, ihre Marktstellung bei der Kalkulation der Energiepreise missbräuchlich auszunutzen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (red) - Die mittelständische Wirtschaft und insbesondere energieintensive Kühllogistiker würden durch Strompreissteigerungen von über 150 Prozent in den letzten fünf Jahren bis zur Existenzgefährdung belastet, begründet der Verband seine Initiative. Die Preise seien bereits 20 Prozent höher als noch zu Monopolzeiten, hinzu kämen hohe Netzentgelte und die gestiegene Steuer- und Abgabenlast. "Durch eine wettbewerbsgerechtere Energiepreispolitik könnten viele mittelständische Arbeitsplätze erhalten werden", ist sich VDKL-Geschäftsführer Jan Peilnsteiner sicher.

Als zusätzliche willkürliche Preistreiberei bezeichnet der VDKL auch die Einpreisung der unentgeltlich erhaltenen Kohlendioxid-Zertifikate durch die Versorger als "Opportunitätskosten". Der Verband schätzt, dass alleine über diesen Mechanismus die Stromerzeuger jährlich fünf bis zehn Milliarden Euro zusätzliche Gewinne erwirtschaften, die von den Stromverbrauchern ohne nachvollziehbaren Grund zusätzlich bezahlt werden müssten. Der VDKL fordert deswegen über die kartellrechtlichen Konsequenzen hinaus auch wirkungsvolle politische Maßnahmen, um den nach seiner Auffassung willkürlichen Preissteigerungen endlich wirksam ein Ende zu setzen.