Schätzungen für 2011

Kühler Sommer und milder Winter dämpfen den Stromverbrauch

Der Stromverbrauch in Deutschland ist im vergangenen Jahr nahezu stabil geblieben, während die Stromerzeugung leicht gesunken ist. Das geht aus ersten Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor, die der Verband am Mittwoch in Berlin vorlegte.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Danach wurden 2011 rund 607 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht. Das waren rund 0,5 Prozent weniger als 2010, als der Verbrauch bei 610 Milliarden Kilowattstunden lag. Der Branchenverband begründet diese Entwicklung mit der guten Konjunkturlage in Deutschland. Gleichzeitig hätten der nicht sehr heiße Sommer und der milde Winter im vergangenen Jahr dämpfend auf den Verbrauch gewirkt.

Stromverbrauch und -erzeugung gehen witterungsbedingt zurück

Die Stromerzeugung ging nach BDEW-Schätzungen im Vergleich zum Vorjahr um rund 2,5 Prozent auf 612 Milliarden Kilowattstunden zurück. Dies sei ebenfalls witterungsbedingt auf einen insgesamt niedrigeren Strombedarf und auf einen Rückgang der Stromausfuhren zurückzuführen.

Der positive Trend beim Ausbau der erneuerbaren Energien setzte sich im vergangenen Jahr fort. Der vergangene Dezember war mit einer Produktion von rund 8,5 Milliarden Kilowattstunden aus Windenergieanlagen laut Branchenverband der erfolgreichste Windmonat seit Einführung dieser Technologie in Deutschland. Insgesamt lag der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung im Jahr 2011 bei gut 20 Prozent. Die Kosten, die mit dem Ausbau der Erneuerbaren verbunden sind, werden nach BDEW-Schätzungen im Jahr 2012 auf über 14 Milliarden Euro steigen.

Netzausbau laut Verband dringender denn je

Das starke Wachstum der erneuerbaren Energien erhöht aber auch "den Handlungsdruck für den Netzausbau, die Übernahme von Systemverantwortung und die Marktintegration der Erneuerbaren", erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Der Blick auf den rein quantitativen Ausbau reiche nicht mehr aus. Die zum Jahresanfang eingeführte sogenannte Marktprämie sei ein "erster, richtiger Schritt". Betreiber von Ökostrom-Anlagen können für ihren Strom, den sie direkt vermarkten, von dem Netzbetreiber eine Marktprämie verlangen. Damit sollen Anreize für eine bedarfsgerechte Stromerzeugung gesetzt werden.

Quelle: AFP