Bilanz

Kühle Witterung treibt Primärenergieverbrauch in die Höhe

Mit 495 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten oder 14 500 Petajoule ist der Primärenergieverbrauch in Deutschland im Vergleich zum letzten Jahr um etwa 1,6 Prozent gestiegen. Das geht aus dem neusten Wochenbericht des DIW hervor.

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Der Primärenergieverbrauch in Deutschland ist im Jahr 2001 gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent auf nahezu 495 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) gestiegen. Das entspricht 14 500 Petajoule. Diese Aufwärtsentwicklung ist in erster Linie auf die im Vergleich zum Jahr 2000 erheblich kühlere Witterung zurückzuführen. Schaltet man diesen Einfluss aus, ergibt sich ein um 0,8 Prozent niedrigerer Wert als im Jahre 2000. Denn vor dem Hintergrund der schwachen Konjunktur blieben verbrauchssteigernde Impulse weitgehend aus. Das berichtet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seinem neusten Wochenbericht.

Temperaturbereinigt hat sich die Energieproduktivität der Volkswirtschaft (Verhältnis des realen Bruttoinlandsprodukts zum Primärenergieverbrauch) um 1,4 Prozent erhöht, was dem Durchschnitt der neunziger Jahre entspricht. Der Stromverbrauch ist im Jahre 2001 mit 0,5 Prozent in nahezu gleichem Tempo wie das Bruttoinlandsprodukt gestiegen. Nach wie vor rangiert die Kernenergie bei der Stromerzeugung an erster Stelle, dicht gefolgt von der Braunkohle und der Steinkohle. Erneut ausgeweitet wurde die Stromerzeugung in Windkraftanlagen: Im Jahre 2001 dürften etwa elf Milliarden Kilowattstunden und damit fast zwei Prozent der gesamten Stromerzeugung mit Hilfe der Windenergie produziert worden sein. Das bedeutet eine Verdoppelung innerhalb von zwei Jahren.

Die Energiepreise, die im ersten Halbjahr 2001 noch auf einem hohen Niveau verharrt hatten, sanken in der zweiten Jahreshälfte unter den Vorjahresstand. Die starken Preisrückgänge bei elektrischer Energie, die im Zuge der Liberalisierung der Strommärkte zu verzeichnen waren, setzten sich im vergangenen Jahr nicht fort. Vielmehr zogen die Strompreise bei fast allen Verbrauchergruppen - teilweise auch als Folge energiepolitischer Maßnahmen - spürbar an. Gleichwohl zahlen vor allem die industriellen Stromverbraucher gegenwärtig noch immer deutlich weniger als zu Beginn der Liberalisierung; im geringeren Maße trifft dies auch auf private Haushalte zu.