Offizielle Meldung

Krümmel-Betreiber: Störfall hatte nur geringe Bedeutung

Eine Woche nach dem Trafo-Brand am schleswig-holsteinischen Reaktor Krümmel hat Betreiber Vattenfall dem zuständigen Kieler Sozialministerium seine offizielle Meldung des Störfalls abgegeben. Zwar seien nicht alle Sicherheitsvorkehrungen automatisch in Betrieb gegangen, dies hätte aber kaum sicherheitstechnische Bedeutung.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Nach vorläufiger Einschätzung der Vattenfall-Experten hatte der Störfall die geringste Sicherheitsstufe auf der internationalen Ines-Skala, also keine oder nur geringe sicherheitstechnische Bedeutung, wie die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagausgabe) berichtet. Allerdings hätten offenbar nicht alle Sicherheitsvorkehrungen automatisch ihren Betrieb aufgenommen. So sei offenbar der Druck im Reaktorbehälter erst von Hand gesenkt worden - durch das Öffnen zweier Entlastungsventile. Dies gehe aus der Meldung hervor, die der Zeitung vorliegt.

Zuvor hatte der Brand zunächst einen der beiden Transformatoren lahmgelegt, eine automatische Abschaltung dann den zweiten. Dadurch konnte der Reaktor keinen Strom mehr ins Netz einspeisen, wurde aber auch selbst für zwei Sekunden nicht mit Strom versorgt.

In der Folge habe sich der Reaktor abgeschaltet, um dann über ein externes Stromnetz versorgt zu werden. Damit allerdings begannen die Probleme, wie die Zeitung weiter berichtet. Die Pumpe, die das Reaktorinnere mit weiterem Wasser versorgen sollte, fiel nach vier Sekunden aus. Sicherheits- und Entlastungsventile, die den Druck im Reaktor verringern sollten, wurden der Meldung zufolge "von Hand für vier Minuten" geöffnet. Normalerweise sollen Reaktoren bei Störfällen ohne menschliche Eingriffe in einen sicheren Status zurückfinden. Warum dies in diesem Fall nicht funktionierte, bleibe in der Meldung offen. Erst anschließend habe sich der Reaktor wieder automatisch mit Speisewasser gefüllt.