"Rote Karte" für Hersteller und Handel

Kritik an Werbung für stromfressende Fernseher

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat vor vermeintlichen Schnäppchen beim Kauf von Fernsehgeräten gewarnt. Vor der Fußballweltmeisterschaft werbe der Handel verstärkt für Großbild-Geräte mit zum Teil extremem Stromverbrauch. Die Mehrkosten könnten bis zu 400 Euro ausmachen.

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Berlin (red) - Im Vergleich zu den sparsamsten Geräten mit quecksilberfreier LED-Technik könne dieser bis zum Vierfachen höher liegen. Über seine durchschnittliche Lebensdauer gerechnet könne ein scheinbar günstiger Fernseher über 400 Euro mehr an Stromkosten verursachen. Der BUND forderte vom Handel eine verpflichtende Kennzeichnung der Strompreise von Elektrogeräten sowohl in der Werbung als auch in Elektronikmärkten.

Christian Noll, BUND-Experte für Energieeffizienz: "Energiesparen und Klimaschutz stehen beim WM-Geschäft total im Abseits. Dabei sind moderne Geräte mit sparsamer LED Technik längst auf dem Markt. Erst Ende 2011 soll es auch für Fernseher ein EU-Label wie bei Haushaltsgeräten geben. Den Preis für diese mangelhaften Informationen zum Stromverbrauch zahlen die Verbraucher."

Obwohl sich große Elektronikfirmen wie Sony und Philips mit ihren neuen und sehr sparsamen LED-Fernsehern eigentlich nicht verstecken müssten, habe die Mehrzahl der Fernsehgeräte-Hersteller Anfragen des Umweltverbandes zum Stromverbrauch ihrer Produkte nicht beantwortet. Lediglich Sharp, Metz und Loewe hätten Auskunft gegeben, wie viel Strom ihre aktuellen Geräte verbrauchten.

Eine auf Angaben von Herstellern und Verbrauchermagazinen beruhende Beratung zum Kauf von Fernsehgeräten bietet der BUND nun im Internet an. Unter bund.net/tv-finder können Interessenten die sparsamsten TV-Geräte ermitteln. Rund 500 Geräte wurden erfasst.

Der "BUND-TV-Finder" gehört zur Kampagne "energieeffizienz - jetzt!", die die intelligente Nutzung von Energie in Haushalten und Unternehmen fördert. Mit Informationen zu energieeffizienten Produkten, der Beteiligung an politischen Prozessen, der Überwachung der Einhaltung gesetzlicher Regelungen bei verschiedenen Warengruppen und der Qualifizierung von Energieeffizienz-Managern in kleinen und mittleren Unternehmen machen sich namhafte Partner für eine CO2-reduzierte Zukunft stark. Gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gehören unter dem Dach des Deutschen Naturschutzrings dazu das Öko-Institut, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Umwelthilfe und der ökologische Unternehmensverband B.A.U.M.