Atommüll

Kritik an weniger Transparenz bei Atommülltransporten

Das Bundesumweltministerium (BMU) hat einen Erfolg gegen die Bevölkerung errungen. Ab sofort dürfen Termine für geplante Atommülltransporte vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) nicht mehr veröffentlicht werden. Bürgerinitiativen kritisieren die Entscheidung.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Linden (red) - Bisher konnten sich Atommüllgegner per Internet über anstehende Transporte in Endlager informieren. Möglich machte das die transparente Informationspolitik des BfS, das regelmäßig eine Liste veröffentlichte. Laut Meidenberichten ist damit nun Schluss – das BMU hat dieses Vorgehen gestoppt. Veröffentlicht würden nur noch solche Transporte, die bereits durchgeführt worden seien, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit.

Sicherheit oder Einschränkung der Bürger?

Man habe, sagte das BMU, aus "Gründen der Sicherheit" darum gebeten, bereits genehmigte, aber noch ausstehende Transporte von der besagten Liste zu streichen. Einen ganz anderen Grund sieht hingegen Wolfgang Ehmke, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg. Er wirft dem Ministerium vor, die Informationen geheim halten zu wollen, um die regelmäßigen Protestaktionen gegen den Atommüll zu erschweren. "Man kann nicht Transparenz predigen und dann dem Bundesamt für Strahlenschutz einen Maulkorb verpassen", so Ehmke.