Unabhängige Energieberater gefordert

Kritik an geplantem Klima-Unterricht von Vattenfall

Mehrere Parteien und Umweltverbände kritisieren von Vattenfall geplanten den Klima-Unterricht an märkischen Schulen. Der von dem Energiekonzern organisierte Unterricht müsse unterbunden werden, forderte Grünen-Landeschef Axel Vogel von Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD).

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/sm) - Die Landesregierung erlaube, dass sich der Konzern als Vorreiter in Sachen Klimaschutz präsentiere. Dabei beitreibe er mit dem Braunkohlekraftwerk Jänschwalde "einen der größten Klimakiller Europas". Vogel schlug vor, unabhängige Energieberater an Schulen einzusetzen.

Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Gerrit Große, warnte vor einer Image-Kampagne, die zur Unternehmensstrategie gehöre. Es sei fatal, dass der Bildungsminister die Kampagne unterstütze und keine kritische Distanz habe. Eine notwendige Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft sei so nicht möglich.

Der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), Tom Kirschey, bezeichnete es als "skandalös", dass dem Unternehmen gestattet wird, sich in öffentlichen Schulen zu präsentieren. Mit einer objektiven Auseinandersetzung zum Thema Braunkohle und Klimaschutz sei nicht zu rechnen. Kirschey forderte einen vertieften Unterricht zum Klimaschutz an den Schulen. Dieser solle auch darüber informieren, dass die "Lausitzer Kraftwerke zu den dreckigsten in Europa gehören".

Der Energiekonzern plant nach Angaben des Bildungsministeriums an 13 Schulen in der Lausitz, über Energieeffizienz und -sparen aufzuklären. Das Projekt "Klimaakademie in der brandenburgischen Lausitz" sei fachlich wertvoll und gut vorbereitet, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Der Bildungsminister ist Schirmherr des Projekts. Die erste Schulung beginnt am Donnerstag (7. Februar) im Max-Steenbeck-Gymnasium in Cottbus.