Wegen europaweitem Stromausfall

Kritik an E.ON - Regulierer verschärft Sicherheitsvorkehrungen

Der europaweite Stromausfall vom vergangenen November ist nach Einschätzung der Bundesnetzagentur auch auf Versäumnisse des Netzbetreibers E.ON zurückzuführen. Darum sollen nun alle deutschen Übertragungsnetzbetreiber eine regelmäßige Sicherheitsüberprüfung durchführen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Bonn (ddp/sm) - In einem am Dienstag vorgelegten Abschlussbericht kritisiert die Bonner Behörde, der Netzbetreiber E.ON habe die Sicherheit des Netzes bei der Abschaltung einer Höchstspannungsleitung am 4. November 2006 nicht sorgfältig genug überprüft.

Eine zentrale Schlussfolgerung der Untersuchung sei daher, dass bei allen deutschen Übertragungsnetzbetreibern mindestens alle 15 Minuten eine automatische Sicherheitsüberprüfung zu erfolgen habe. Außerdem müsse die Kooperation und Kommunikation - insbesondere der Datenaustausch der Netzbetreiber - verbessert werden.

E.ON hatte am Abend des 4. November eine Höchstspannungsleitung über der Ems abgeschaltet, um einem Kreuzfahrtschiff die sichere Überführung zu ermöglichen. Daraufhin war eine Verbindungsleitung zwischen den Netzen von E.ON und RWE wegen Überlastung ausgefallen, was zu einem europaweiten Stromausfall geführt hatte. Nach Angaben der Netzagentur waren hiervon 15 Millionen Menschen betroffen.