Strom-News
Grünes MäntelchenDer Wechsel des Kanzleramtes zu Ökostrom vom Energieriesen Vattenfall ist bei Umweltverbänden auf Kritik gestoßen. Mit der Entscheidung für Vattenfall trage das Bundeskanzleramt nicht gerade zur Energiewende bei, hieß es. Vielmehr festige die Kanzlerin derart die alten Strukturen.
Berlin (AFP/red) - Das erklärte am Dienstag das Aktionsbündnis "Atomausstieg selber machen", in dem Umweltschutz- und Verbraucherschutz-Verbände zusammengeschlossen sind. Mit der Entscheidung für Vattenfall festige Merkel vielmehr die "Strukturen des alten Energiesystems".
Nicht überall dort, wo Ökostrom draufsteht, ist auch Ökostrom drin. Wichtig zur Orientierung sind Zertifikate, von denen manche strenger sind als andere.
(Foto / Abb.: photlook / Fotolia.com)
Merkel hatte am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast angekündigt, das Kanzleramt steige zum 1. Juli auf Ökostrom um. Auf Nachfrage erfuhr das Bündnis "Atomausstieg selber machen", dass der Strom von Vattenfall stammt. Dem Bündnis zufolge produziert der schwedische Staatskonzern 65 Prozent Strom aus fossilen und nuklearen Energieträgern. Das Bündnis wies zudem darauf hin, dass Vattenfall gegen Deutschland wegen des vorgezogenen Atomausstiegs eine Schadenersatzklage vor einem Schiedsgericht der Weltbank vorbereitet.
Aus Sicht von Umweltverbänden handelt es sich beim Ökostrom der großen Energiekonzerne wie Vattenfall um einen Etikettenschwindel. Sie werfen den Konzernen vor, lediglich ihren Strom aus älteren Wasserkraftwerken zu besonderen Tarifen als "Ökostrom" zu vermarkten, ohne damit aber zum Ausbau der erneuerbaren Energien beizutragen. Das Bündnis "Atomausstieg selber machen" rät daher Verbrauchern zum Wechsel zu kleineren Ökostrom-Anbietern, die ihre Gewinne auch in den Bau neuer Solar- und Windkraftanlagen investieren.
Orientieren können sich Verbraucher auch über Gütesiegel und Zertifikate, die die Anbieter erhalten. Über unseren Stromrechner können Sie übrigens gezielt nach Ökostrom-Anbietern suchen.
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Kanzlerin Merkel hat erneut dafür geworben, für die Energiewende auch gewisse Zumutungen in Kauf zu nehmen, etwa den Bau neuer Stromleitungen. Sie sei davon überzeugt, dass Deutschland bis 2020 ohne Atomstrom auskomme, so Merkel. Das Kanzleramt werde indes ab Juli mit gutem Beispiel vorangehen.
Die Stromnetzbetreiber Statnett und Tennet haben sich darauf verständigt, ein Hochspannungsgleichstromkabel von Deutschland nach Norwegen zu verlegen. Der erste Teil des Projekts soll bis 2018 abgeschlossen sein und Wind- und Solarstrom von Deutschland nach Norwegen transportieren. Dort soll der Strom gespeichert und bei Bedarf zurückgeleitet werden.
Dass sogar diejenigen, die davon profitieren, sich gegen übermäßige Subventionierungen aussprechen, mag verwundern. Dennoch gibt es einige Ökostrom-Produzenten, die von der Politik weniger Unterstützung fordern. Ihre Meinung: Angesichts der fließenden Gelder geht es vielen nicht mehr um die Sache an sich.
Der schwedische Energieriese Vattenfall bereitet ein mögliches Verfahren wegen des deutschen Atomausstiegs vor einem internationalen Schiedsgericht der Weltbank vor. Vattenfall habe um die Konstituierung eines entsprechenden Gremiums ersucht, sagte eine Sprecherin des Konzerns am Montag in Berlin.
In Deutschland müssen bis 2022 rund 3.800 Kilometer neue Stromtrassen gebaut werden, um die Energiewende zum Erfolg zu machen. Das geht aus dem Entwurf des ersten nationalen Netzentwicklungsplans hervor, den die Stromnetzbetreiber am Dienstag der Bundesregierung überreichten.Strompreise vergleichen
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