Versäumnisse

Kreis Wolfenbüttel fordert Flutungsstopp im Bergwerk Asse

Im Streit um die Schließung des Atommülllagers Asse hat der Landkreis Wolfenbüttel dem Betreiber Helmholtz-Zentrum München schwere Versäumnisse vorgeworfen. Gleichzeitig verlangte der Kreis, die laufenden Arbeiten zur Verfüllung und zur Vorbereitung der Flutung umgehend zu stoppen.

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Wolfenbüttel (ddp/sm) - Die Flutung diente nicht der Stabilisierung des Bergwerks und beschränkten mögliche Alternativen für die Schließung, sagte Landrat Jörg Röhmann (SPD).

Die Behörden "mussten die Erfahrung machen, dass der Betreiber getroffene Zusagen nicht in ausreichendem Maße einhält", heißt es in einer Stellungnahme der vom Landkreis eingerichteten Begleitgruppe Asse II. Besonders ärgerlich sei der Umstand, dass trotz verbindlicher Absprachen bis heute keine Störfallanalyse vorliege: "Es besteht ein deutlicher Widerspruch zwischen dem Zeitdruck, den der Betreiber aufbaut und der noch nicht geleisteten konzeptionellen Arbeit". Dies lasse vermuten, dass das Helmholtz-Zentrum "von der irrigen Annahme ausgeht, dass das ursprünglich geplante Schließungskonzept genehmigt und realisiert werden kann".

Der Betreiber hat beim Land Niedersachsen die Flutung der Grube mit einer salzhaltigen Lösung beantragt. Anwohner, Bürgerinitiativen und atomkritische Wissenschaftler halten dieses Verfahren für bedenklich.

Weiter fordert die Begleitgruppe Asse II, "unverzüglich mit der Prüfung der Rückholbarkeit schwach radioaktiver Stoffe zu beginnen". Dabei müsse vorrangig geklärt werden, welche technischen Voraussetzungen nötig seien, um Behälter aus den Einlagerungen zurückzuholen.

In dem früheren Salzbergwerk Asse wurden zwischen 1967 und 1978 insgesamt rund 126.000 Fässer mit Atommüll eingelagert. Nach Angaben von Betreiber und Behörden lagern in dem Kammern ausschließlich schwach und mittelradioaktive Abfälle. Die Grünen im niedersächsischen Landtag vermuten jedoch, dass auch stark wärmeentwickelnder Müll im Endlager vergraben wurde.