Umstände noch unklar

Kraftwerksleiter von Neckarwestheim klagt gegen Entlassung

Die Gründe für die Entlassung des Leiters von Block II des EnBW-Kernkraftwerks Neckarwestheim bleiben weiterhin rätselhaft. Während EnBW auf Nachfrage des Umweltministeriums sagte, unterschiedliche Sicherheitsauffassungen lägen nicht vor, zieht der betroffene Kraftwerksleiter jetzt vor's Arbeitsgericht.

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Heilbronn/Stuttgart (ddp-bwb/sm) - Ein angeblich wegen Sicherheitsfragen entlassener Kraftwerksleiter des Atomkraftwerks Neckarwestheim zieht vor das Arbeitsgericht Heilbronn. Er mache geltend, Gründe für die außerordentliche Kündigung lägen nicht vor, sagte Gerichtsdirektorin Merve Feldmann am Freitag auf ddp-Anfrage.

Auch Gründe für eine ordentliche Kündigung seien nicht gegeben. Er wolle daher seine Weiterbeschäftigung erreichen. Offenbar wollte der Kraftwerksleiter Einschränkungen der Sicherheit in Folge von Sparmaßnahmen nicht hinnehmen. Das baden-württembergische Umweltministerium lehnte am Vormittag eine Stellungnahme ab.

Das Ministerium hatte wegen der ungewöhnlichen Kündigung Mitte Juli den Energiekonzern EnBW, der das Kraftwerk in Neckarwestheim betreibt, nach den Gründen gefragt. Ein Sprecher sagte am Freitag, derzeit werde ein Bericht an das Bundesumweltministerium geschrieben. Erst danach könne die Öffentlichkeit informiert werden. Ob dem Ministerium Erkenntnisse über die Gründe der Entlassung vorliegen, wollte der Sprecher ebenfalls nicht sagen.

EnBW hatte auf Anfrage des Ministeriums zunächst lediglich mitgeteilt, man habe sich von dem damaligen Leiter des Blocks II nicht wegen unterschiedlicher Auffassungen über einen sicheren Anlagenbetrieb und nicht wegen Konsequenzen des Konzern-Sparprogramms "Top fit 2006" getrennt. Das Ministerium hatte darauf entschieden, dass zur Klärung der Sache weitere Gespräche mit EnBW nötig seien.