In Planung

Kraftstoff aus Kohle soll 300 Arbeitsplätze in Sachsen schaffen

Ein US-schweizerisches Unternehmen will in der Lausitz in großem Stil Treibstoff aus Braunkohle erzeugen. In den nächsten fünf Jahren sollen dafür bei Schwarze Pumpe mehr als eine Milliarde Euro investiert werden und dadurch rund 300 neue Arbeitsplätze entstehen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hoyerswerda (ddp-lsc/sm) - Der Geschäftsführer des Schweizer Unternehmens Sustec Industries, Dietmar Friess, sagte am Dienstag in Basel auf ddp-Anfrage, dass zurzeit noch die Genehmigungsverfahren sowie die Verhandlungen mit dem Tagebaubetreiber Vattenfall über die Lieferung von mehreren Millionen Tonnen Braunkohle pro Jahr liefen. Bis Ende März werde feststehen, mit welcher Kapazität die Anlage in dem Lausitzer Revier entstehen werde. Angestrebt sei langfristig eine Produktionskapazität von 20 000 Barrel (3,2 Millionen Liter) Treibstoff pro Tag. Eine vergleichbare Anlage gibt es laut Friess zurzeit in Deutschland nicht.

Entscheidend für die Wahl des Standorts sei die Nähe zu großen Chemieanlagen, sagte Friess. Erst wenn der Braunkohlentreibstoff ohne großen Transport-Aufwand auch weiter verarbeitet werden könne, könne solch eine Anlage effizient arbeiten. "Entscheidend ist der System-Verbund", sagte Friess. Die Technik selbst habe sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant entwickelt.

Die Anlagen bei Schwarze Pumpe sollen nach dem so genannten Fischer-Tropsch-System arbeiten, bei dem Synthesegas unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen in flüssige Kohlenwasserstoffe umgewandelt wird. Das Verfahren wurde erstmals in den 1930er Jahren von der Ruhrchemie AG in großem Stil angewandt. Später arbeitete vor allem das vom Ölembargo betroffene Südafrika nach dem Verfahren.