Zeitungsbericht

Kosten für den Stromnetzausbau zu hoch veranschlagt

Einem Bericht der Financial Times zufolge hat die Bundesnetzagentur die Kosten für den Stromtrassenausbau, der für die Energiewende nötig ist, zu hoch veranschlagt. Die günstigere Variante ergibt sich dadurch, dass bei die Kosten, die ohnehin angefallen wären, herausgerechnet werden. Die ursprüngliche Kritik an den Kosten würde dadurch relativiert.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (red) - Als Kosten, die auch ohne die Energiewende entstanden wären, führt die Financial Times Deutschland beispielsweise die Kosten für den Stromaustausch mit anderen europäischen Ländern an. Diese liegen laut Netzagentur bei 180 Millionen Euro pro Jahr. Ein weiteres Beispiel sind Reparaturkosten von 60 Millionen Euro im Jahr an Stromtrassen, die jetzt aufgerüstet werden. Von den zwei Milliarden Euro jährlich, die für den Netzausbau veranschlagt werden, wäre demnach mehr als die Hälfte auch ohne Atomausstieg fällig geworden.

Ausbau bringt auch Ersparnisse

Dazu kommt, dass Ersparnisse dadurch entstehen, dass durch den Ausbau künftig Engpässe vermieden werden. Derzeit müssen Energiequellen wie Windparks reguliert werden und Kraftwerke hoch- und heruntergefahren werden, was erhebliche Kosten verursacht. Ohne Ausbau würden diese Kosten bis 2022 auf 800 Millionen Euro pro Jahr steigen, so das Wirtschaftsblatt. Zumindest in Einzelfällen würden sich die Investitionen dagegen sehr schnell bezahlt machen. Dabei seien Freileitungen aber viermal günstiger als Erdkabel, welche von der Bevölkerung wohl vielfach bevorzugt würden.