Strom-News
ZeitungsberichtEinem Bericht der Financial Times zufolge hat die Bundesnetzagentur die Kosten für den Stromtrassenausbau, der für die Energiewende nötig ist, zu hoch veranschlagt. Die günstigere Variante ergibt sich dadurch, dass bei die Kosten, die ohnehin angefallen wären, herausgerechnet werden. Die ursprüngliche Kritik an den Kosten würde dadurch relativiert.
Ein großer Teil der Kosten für den Stromnetzausbau wäre auch ohne Energiewende angefallen.
Hamburg (red) - Als Kosten, die auch ohne die Energiewende entstanden wären, führt die Financial Times Deutschland beispielsweise die Kosten für den Stromaustausch mit anderen europäischen Ländern an. Diese liegen laut Netzagentur bei 180 Millionen Euro pro Jahr. Ein weiteres Beispiel sind Reparaturkosten von 60 Millionen Euro im Jahr an Stromtrassen, die jetzt aufgerüstet werden. Von den zwei Milliarden Euro jährlich, die für den Netzausbau veranschlagt werden, wäre demnach mehr als die Hälfte auch ohne Atomausstieg fällig geworden.
Dazu kommt, dass Ersparnisse dadurch entstehen, dass durch den Ausbau künftig Engpässe vermieden werden. Derzeit müssen Energiequellen wie Windparks reguliert werden und Kraftwerke hoch- und heruntergefahren werden, was erhebliche Kosten verursacht. Ohne Ausbau würden diese Kosten bis 2022 auf 800 Millionen Euro pro Jahr steigen, so das Wirtschaftsblatt. Zumindest in Einzelfällen würden sich die Investitionen dagegen sehr schnell bezahlt machen. Dabei seien Freileitungen aber viermal günstiger als Erdkabel, welche von der Bevölkerung wohl vielfach bevorzugt würden.
Der Newsletter von Strom-Magazin.de
Bekommen Sie kostenlos jeden Mittwoch aktuelle News vom Strom- und Gasmarkt direkt in Ihr Postfach! Jetzt anmelden:
Der Großhandelspreis für Strom wird durch den Atomausstieg nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nur mäßig steigen. Das DIW hat für Greenpeace die Folgen der Energiewende für die Strombörse berechnet und dabei vier verschiedene Szenarien erstellt.
Die Umweltschutz-Organisation BUND hat den Betreibern der deutschen Stromnetze vorgeworfen, beim Netzausbau mit zu viel Kohlestrom zu rechnen. Die beim so genannten Netzausbau-Plan eingerechneten Mengen Kohlestrom lägen deutlich über den Annahmen der Bundesregierung.
Die Abrissbagger kommen: In Baden-Württemberg wird in Kürze mit dem Rückbau eines der sieben ältesten deutschen Atomkraftwerke begonnen. Der Energieversorger EnBW reißt die Kühlanlage in Neckarwestheim ab; bis zum Herbst soll sie verschwunden sein. Der Rückbau aller Meiler wird allerdings noch Jahre dauern.
Kanzlerin Merkel hat erneut dafür geworben, für die Energiewende auch gewisse Zumutungen in Kauf zu nehmen, etwa den Bau neuer Stromleitungen. Sie sei davon überzeugt, dass Deutschland bis 2020 ohne Atomstrom auskomme, so Merkel. Das Kanzleramt werde indes ab Juli mit gutem Beispiel vorangehen.
Die Stromnetzbetreiber Statnett und Tennet haben sich darauf verständigt, ein Hochspannungsgleichstromkabel von Deutschland nach Norwegen zu verlegen. Der erste Teil des Projekts soll bis 2018 abgeschlossen sein und Wind- und Solarstrom von Deutschland nach Norwegen transportieren. Dort soll der Strom gespeichert und bei Bedarf zurückgeleitet werden.Strompreise vergleichen
Einfach Postleitzahl und jährlichen Stromverbrauch in kWh eingeben und günstige Stromtarife finden!