Keine Genehmigungspflicht

Korrektur: E.ON-Notstromtarif ist nicht genehmigt

Notstromtarife, die teurer sind als der Allgemeine Tarif, müssen nicht genehmigt werden. Eine Meldung zum E.ON-Notstromtarif war aus diesem Grund missverständlich. Da diese Art der Stromversorgung mit einem erhöhten Aufwand verbunden ist, gibt es keine Genehmigungspflicht, bestätigte die bayrische Preisaufsicht dem strom magazin auf Anfrage.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Am 19. April berichtete das strom magazin, dass der bayrische Energieversorger E.ON in der Notstromversorung nicht den Allgemeinen Tarif sondern einen extra teuren Notstromtarif abrechnet. In der Mitteilung wurde missverständlich ausgeführt, dass nach Auskunft von Josef Schönhammer, Pressesprecher der E.ON Bayern AG, der Tarif von der Preisaufsicht in Bayern genehmigt wurde. Diese Auskunft bezog sich ausschließlich auf den vorher genannten Allgemeinen Tarif und nicht auf den Notstromtarif.

Zwar ist die Genehmigungspflicht für den Allgemeinen Tarif gesetzlich vorgeschrieben (EnWG/BTO Elt), aber bei den Entgelten für die Notstromversorgung handelt es sich nicht um einen "Stromtarif" im eigentichen Sinn, sondern um einen Kostenerstattungsanspruch des Netzbetreibers. Eine Genehmigungspflicht hierfür gibt es nicht. Dies bestätigten dem strom magazin auch die Preisaufsicht im bayrischen Wirtschaftsministerium und das Bürgertelefon beim Bundeswirtschaftsministerium. Grund: Die gesamte Abwicklung der Notversorgung ist für den Netzbetreiber mit hohem Aufwand verbunden. Es müssen sehr kurzfristig nicht planbare Strommengen beschafft und zur Verfügung gestellt werden. Außerdem ergibt sich ein erhöhter Verwaltungsaufwand (Ermittlung der betroffenen Abnahmestellen, Anschreiben an die Kunden, Einstellung in Abrechnungssystem, Abrechnung der Notversorgung etc). Dieser Aufwand soll nur den betroffenen Kunden zugeordnet und nicht auf alle Kunden umgelegt werden.