Auf Basis des Kyoto-Protokolls

Kooperation für Moskauer Klimaschutz-Projekte unterzeichnet

Die Deutsche Energie-Agentur und das Energiedepartment der Stadt Moskau haben am gestrigen Dienstag eine Kooperation für Moskauer Klimaschutz-Projekte unterzeichnet. Schätzungen zufolge könnte der Energieverbrauch in der russischen Metropole um fast die Hälfte reduziert werden, wenn die vorhandenen Ressourcen intensiver genutzt würden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Moskau/Berlin (red) - Deutschland und Russland wollen sich zukünftig gemeinsam für die Durchsetzung der Klimaschutzziele in Moskau engagieren. Dazu haben die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), das russische Joint Implementation Komitee (JI Komitee) sowie das Energiedepartment der Stadt Moskau am gestrigen 18. Mai eine - so hoffen die Unterzeichner - wegweisende Kooperation vereinbart.

Ziel: Ressourcen besser nutzen

Die Wirtschaft Moskaus zählt ebenso wie die gesamte russische Wirtschaft zu den energie- und C02-intensivsten der Welt. Nach Angaben der "Energiestrategie Russlands bis zum Jahr 2020" könnte der derzeitige Energieverbrauch nahezu halbiert werden, wenn die Energieressourcen effizienter genutzt würden. Vor diesem Hintergrund und auf der Basis des Kyoto-Protokolls ist es das Ziel der Kooperation, konkrete Klimaschutzprojekte gemeinsam auszuwählen und mit überzeugenden Finanzierungsmodellen für die zeitnahe Umsetzung vorzubereiten.

Absicherung durch Emissionsminderungszertifikate

So soll die Wirtschaftlichkeit der anstehenden Projekte im Bereich der Moskauer Brennstoff-Energiewirtschaft zum Teil durch Investitionen in handelbare Emissionsminderungszertifikate abgesichert werden. Schließlich können diese - im Rahmen des Europäischen Emissionshandelssystems - zukünftig auf inländische Emissionsminderungsverpflichtungen angerechnet werden. "Die Verminderung von Treibhausgasen ist in Russland aufgrund veralteter Technologien wesentlich kostengünstiger zu realisieren als in Deutschland, die positive Wirkung für den Klimaschutz bleibt hingegen gleich", erläuterte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler.

dena will als Schnittstelle fungieren

"Investitionen in russische Klimaschutzprojekte bieten deutschen Unternehmen somit die Möglichkeit, ihre inländischen Klimaschutzaktivitäten auf wirtschaftlich effiziente Weise zu ergänzen", resümierte Kohler. Die Deutsche Energie-Agentur will im Rahmen der Kooperation als Schnittstelle zwischen den Investoren auf deutscher und russischer Seite fungieren.