Fachtagung

Kongress: Klimaschutz und Energieeffizienz trotz knapper Kassen

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der "Energiesparpartnerschaft Berlin" findet heute der Europäischen Kongress "Energieeffizienz durch Energiedienstleistung" statt. Diskutiert wird, wie Städte und Kommunen Maßnahmen zur Verbesserung von Energieeffizienz und Klimaschutz realisieren können.

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Berlin (red) - Die Europäische Kommission verspricht sich durch einen neu zu etablierenden Markt für Energieeffizienz und Energiedienstleistungen wichtige Impulse für die systematische Erschließung von Energieeinsparpotenzialen, so die Berliner Energieagentur, Veranstalter des Kongresses, der unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Gabriel steht.

Rund 120 Teilnehmer aus Politik, Verwaltung, Finanz- und Energiedienstleistungswirtschaft diskutierten, wie Städte und Kommunen trotz knapper öffentlicher Kassen Maßnahmen zur Verbesserung von Energieeffizienz und Klimaschutz realisieren könnten.

In allen Bereichen seien Einsparpotentiale vorhanden und die Entwicklung energieeffizienter Technologien sichere vielen Unternehmen Wettbewerbsvorteile auf Märkten mit erheblichem Wachstumspotential, so Detlef Leinberger, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe.

Michael Geißler, Geschäftsführer der Berliner Energieagentur, geht davon aus, wenn es gelinge, strukturelle Hemmnisse systematisch abzubauen, könne europaweit ein "riesiger Markt für Energiedienstleistungen mit einem Jahresvolumen von bis zu 25 Milliarden Euro entstehen".

Nach Auffassung des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesumweltministerium Michael Müller muss den Energiedienstleistungen ein völlig neuer Stellenwert gegeben werden. Müller sagte auf der Konferenz: "Nicht an gelieferter Energie soll verdient werden, weil das zur Verschwendung führt. Quelle der Wertschöpfung muss vielmehr die Dienstleistung, also die Versorgung mit Wärme, Klima oder Licht sein. Die Wertschöpfung ist desto höher, je weniger Energie für die Dienstleistung benötigt wird."

Besonders große Kohlendioxid (CO2)-Minderungspotenziale hätte der Gebäudebereich. Müller wies darauf hin, dass das CO2-Gebäudesanierungsprogramm von der Bundesregierung auf 1,4 Milliarden Euro pro Jahr aufgestockt wurde. Die EU-Gebäuderichtlinie mit der Einführung des Energieausweises für alle Gebäude gäbe hierbei neue Impulse.

Im Rahmen des Kongresses wurde der "European Energy Service Award 2006" vergeben. In der Kategorie "Best Energy Service Project" wurde das Land Berlin für das wegweisende Contracting-Modell "Energiesparpartnerschaft Berlin" ausgezeichnet, in der Kategorie "Best Energy Service Provider" die Siemens Building Technologies GmBH und die Grazer Energieagentur in der Kategorie "Best Energy Service Promoter".

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