Studie

Komplette Ökostromversorgung sei bis 2050 möglich

Berechnungen des Umweltbundesamts (UBA) zufolge lässt sich die Stromversorgung bis 2050 vollständig auf erneuerbare Energien umstellen. Voraussetzung dafür sei aber, dass der Strom effizient genutzt und erzeugt werde. In der Berechnung spielt die Atomkraft keine Rolle.

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Berlin (ddp/red) - Das sagte der Präsident des Amtes, Jochen Flasbarth, am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung einer Studie zur Stromversorgung. Um das Energieziel erreichen zu können, plädierte Flasbarth daher für "frühzeitige politische Weichenstellungen". "Je früher, je entschlossener wir handeln, desto mehr Zeit bleibt uns für die notwendigen technischen und gesellschaftlichen Anpassungen", betonte er.

Grundlage für die ÖKostrom Studie des UBA ist ein Szenario, in dem alle Regionen in Deutschland ihre Potenziale zur Erzeugung erneuerbarer Energien weitgehend ausnutzen. Zugleich finde ein deutschlandweiter Stromaustausch statt, sodass Regionen mit besseren Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbaren Energien diejenigen Regionen unterstützen, die geringere Potenziale haben. Lediglich ein geringer Anteil des Stroms soll aus den Nachbarstaaten importiert werden. Flasbarth verwies darauf, dass die Berechnungen "sehr konservativ" seien.

Zugleich stellte der UBA-Präsident klar, dass Atomkraft hierfür keine Rolle spiele. Eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke sei weder erforderlich, um die Klimaschutzziele zu erreichen, noch um die Stromversorgung sicherzustellen.

Flasbarth verwies zudem auf die Bedeutung erneuerbarer Stromerzeugung für den Klimaschutz. Mehr als 40 Prozent der gesamten deutschen CO2-Emissionen entstünden in diesem Bereich. "Wenn wir die Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent verringern wollen, müssen wir die Stromversorgung auf erneuerbare Energien umstellen", sagte Flasbarth. Nur mithilfe von Ökostrom sei es möglich, die Treibhausgasemissionen nahezu auf Null zu senken.