Bericht

Kommt die atomare Kaltreserve doch?

Nun soll doch eines der sieben abgeschalteten Kernkraftwerke die mit dem Ausstieg aus der Atomenergie notwendige sogenannte Nottfallreserve stellen. Angeblich werde dies am Montag beschlossen. An einer solchen "atomaren Kaltreserve" hatte sich massive Kritik entzündet, nicht zuletzt aus technischen Gründen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Laut dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe) will das Bundeskabinett am Montag dafür ein Eckpunktepapier aus dem Bundeswirtschaftsministerium beschließen. "Eines der Kraftwerke, die nach dem Moratorium nicht wieder ans Netz gehen, soll bis Frühjahr 2013 als Reservekraftwerk zur Verfügung stehen", heißt es demnach in dem Papier.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte nach ihrem entscheidenden Gespräch mit den Ministerpräsidenten über den Stufenplan zum Atomausstieg gesagt, die sogenannte Kaltreserve für die Winter 2011/12 und 2012/13 solle möglichst von einem konventionellen Kraftwerk erbracht werden. Zuständig für diese Frage sei aber "einzig und allein" die Bundesnetzagentur, die bis August eine Antwort geben wolle. Das Bundeswirtschaftsministerium nahm zu dem Bericht keine Stellung und verwies auf die Kabinettentscheidung.

Nur als Backup für die konventionelle Reserve?

Nach dem Zeitungsbericht heißt es in Eckpunktepapier weiter, die Kaltreserve solle nur gelten, "wenn konventionelle Reservekraftwerke nicht ausreichen, um Gefahren für Sicherheit und Stabilität der Stromversorgung abzuwenden". Die Bundesnetzagentur solle ermächtigt werden, eines der alten AKW als Reserve zu bestimmen.

In den vergangenen Tagen war von Seiten der Opposition eine mögliche atomare Kaltrerserve scharf kritisiert worden. Die Atommeiler eigneten sich nicht dafür, sie bei Bedarf hoch- und wieder herunterzufahren, hieß es. Am Wochenende war aus dem politischen Berlin verlautet, man strebe eine konventionelle, keine atomare Reserve an.