Stromerzeugung auf Karibisch

Kokosnüsse und Sonne als Energielieferanten

Kleine Pazifikstaaten, die vom steigenden Meeresspiegel besonders bedroht sind, wollen künftig auf Diesel und andere teure und schmutzige Kraftstoffe verzichten und stattdessen auf saubere Energiequellen wie Kokosnuss-Biokraftstoff zurückgreifen. Bis zu 100 Prozent der Energieversorgung soll künftig aus regenerativen Quellen kommen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

New York (AFP/red) - "Ich weiß, dass das ehrgeizige Ziele sind, aber eigentlich ist es aufregend", sagte der Ministerpräsident der Cookinseln, Henry Puna, der Nachrichtenagentur AFP. Es sei die Inspiration, die sein Land motiviere, die Ziele umzusetzen. Bis 2020 wollen die Cookinseln und Tuvalu ihren gesamten Strom aus erneuerbaren Energien beziehen.

Kraftstoff aus Kokosnüssen

Der Karibikstaat St. Vincent und die Grenadinen strebt bis 2020 eine Versorgung von 60 Prozent über die erneuerbaren Energieträger an. Die Regierung von Osttimor kündigte an, bis 2015 werde in der Hauptstadt Dili kein Brennholz mehr zum Kochen verwendet, und bis 2020 werde das Land die Hälfte seines Stroms aus erneuerbaren Energien beziehen. Der Inselstaat Tokelau will sich noch in diesem Jahr vollständig selbst versorgen und dabei auf Kokosnuss-Biokraftstoff und Solarmodule zurückgreifen. Puna zufolge verfügen auf den Cookinseln bereits fast alle Haushalte über Wasserkocher, die mit Sonnenenergie betrieben werden.

Ölimporte sind dort extrem teuer

Studien der UNO zufolge entsprechen die Ölimporte in einigen Pazifiknationen bis zu 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, was oft auf die hohen Preise angesichts des langen Lieferweges zurückzuführen ist. In einer Erklärung im Zuge eines vom UN-Umweltprogramm und der Regierung von Barbados organisierten Treffens verurteilten die Regierungen der kleinen Pazifiknationen in dieser Woche zugleich, dass die internationale Gemeinschaft bislang nicht genügend Anstrengungen im Kampf gegen die Bedrohung des steigenden Meeresspiegels unternehme.

Quelle: AFP