Greenpeace-Report

Kohlemeiler verbrauchen Wasser für eine Milliarde Menschen

Kohlekraftwerke werden in erster Linie wegen ihres hohen Co2-Ausstoßes kritisiert. Die Anlagen sind aber zusätzlich noch für sieben Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs verantwortlich, so eine aktuelle Untersuchung. Umweltschützern zufolge ist das ein erhebliches Problem.

Kohlekraftwerk© schachspieler / Fotolia.com

Hamburg – Kohlekraftwerke stehen wegen des immensen Ausstoßes an Treibhausgasen schwer in der Kritik. Umweltschützer sehen aber auch in den großen Mengen an Wasser, die für den Betrieb einer solchen Anlage benötigt werden ein zunehmendes Problem, weil auch Trinkwasser eine endliche Ressource ist.

Kohlekraftwerke verbrauchen sieben Prozent des Wassers weltweit

Dem aktuellen Greenpeace-Report zufolge lassen sich mit dem Wasserverbrauch aller Kohlekraftwerke eine Milliarde Menschen mit Trinkwasser versorgen. In der Untersuchung wurden die Auswirkungen der weltweit 8.400 Kohlekraftwerke auf den aktuellen sowie künftigen Wasserbedarf analysiert und identifiziert dabei Regionen in denen bestehende und geplante Kohlekraftwerke den Wassermangel weiter verstärken.

Kohlestrom allein ist demnach für rund sieben Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs verantwortlich. Neben dem nötigen Kühlwasser der Kraftwerke seien enorme Wassermengen in den Kohleminen sowie zum Waschen der Kohle erforderlich. Obendrein würden Kohleaschedeponien besprüht, um zu verhindern, dass sich gesundheitsschädlicher Kohlestaub ausbreitet.

Viele Kohlekraftwerke sollen in wasserknappen Regionen entstehen

Ein Viertel der künftigen Kohlekraftwerke ist dem Report zufolge in Regionen geplant, die schon heute unter schrumpfenden Trinkwasserreserven und Wasserknappheit leiden. Die meisten zusätzlichen Kohlekraftwerke planen demnach weltweit China (derzeit 237 Gigawatt (GW) an neuen Kohlekapazitäten), Indien (52 GW) und die Türkei (7 GW). Fast die Hälfte der geplanten chinesischen Kohlekraftwerke soll dabei in Regionen entstehen, in denen bereits heute Wassermangel herrscht. Die geplanten weiteren Kohlekraftwerke würden den Wasserverbrauch fast verdoppeln.

Das Pariser Klimaabkommen mit seinen ehrgeizigen Zielen hat der deutschen Debatte über einen Ausstieg aus der Kohleverstromung neue Dynamik verliehen. Hauptargument für den mittelfristigen Ausstieg sind bislang die enormen Mengen klimaschädlicher Treibhausgase, die Kohlekraftwerke ausstoßen. Mit dem aktuellen Report will Greenpeace eine bislang in Deutschland weniger beachteten Aspekt der Kohleverstromung beleuchten.