Umstritten

Kohlekraftwerke stoßen immer öfter auf Widerstand

Nach der Entscheidung der Stadtwerke Düsseldorf, auf den Bau eines Steinkohlekraftwerks zu verzichten, sehen sich die Umweltschützer in ihrer Offensive gegen die als "Klimakiller" verschrienen Anlagen beflügelt. Die Landesregierung wies unterdessen die scharfe Kritik der Verbände an der Klimapolitik des Landes zurück.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/red) - "Die Entscheidung ist ein deutliches Signal, dass es auch anders geht und die Energieversorgung durch Erdgas die bessere Alternative ist", sagt der Geschäftsleiter des NRW-Landesverbands des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Dirk Jansen.

Neben dem umstrittenen E.ON-Kraftwerk in Datteln, das wegen einer fehlerhaften Bauplanung derzeit teilweise stillgelegt ist und auf der Kippe steht, werden laut NRW-Wirtschaftsministerium derzeit in NRW noch an sechs weiteren Standorten Steinkohlekraftwerke geplant beziehungsweise gebaut - unter anderem in Hamm-Uentrop, Lünen und Duisburg-Walsum. Hinzu kommt noch das RWE-Braunkohlekraftwerk in Grevenbroich-Neurath.

BUND-Geschäftsleiter Jansen geht davon aus, dass allenfalls zwei bis drei der Steinkohlekraftwerke tatsächlich irgendwann einmal in Betrieb gehen. Die übrigen Kraftwerke sollen durch Klagen gestoppt oder durch Bürgerproteste schon in der Planungsphase verhindert werden. Nach seiner Ansicht spiegelt sich im Widerstand gegen die Kraftwerke das "Bewusstsein für den Klimaschutz".

Die schwarz-gelbe Landesregierung habe in den letzten fünf Jahren unverantwortlicherweise auf Kohlekraftwerke gesetzt, sagte Paul Kröfges, Landeschef des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), am Donnerstag. Alle Kraftwerke müssten bis spätestens 2050 abgeschaltet sein. Nur so könne NRW einen Beitrag gegen die Erderwärmung leisten. Ein Umstieg auf erneuerbare Energien müsse jetzt erfolgen.

Die CDU zeigte sich verärgert über die Attacken der Umweltverbände. "Es wurde in NRW noch nie soviel in den Naturschutz investiert wie 2009", sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Er nannte eine Zahl von rund 30 Millionen Euro.

Das Düsseldorfer Energieministerium verwies auf die "ambitionierte Energie- und Klimaschutzstrategie" der Landesregierung. Danach sollen bis zum Jahr 2020 die energiebedingten CO2-Emissionen in NRW um 81 Millionen Tonnen gegenüber 2005 gesenkt werden. Damit erreiche die in Nordrhein-Westfalen angestrebte CO2-Emission rund 44 Prozent des von der Bundesregierung bis 2020 vorgesehenen Einsparvolumens.