Forschung

Kohlekraftwerk-CO2 wird Futter für Algen

CO2 gilt als Klimakiller ersten Ranges. Schon lange arbeiten Forscher an Möglichkeiten, das Treibhausgas aus der Luft zu filtern und möglicherweise sogar sinnvoll einzusetzen. Das Kohlendioxid aus einem Kohlekraftwerk in Niederaußern wird künftig an Algen verfüttert.

CO2-Ausstoß© ollirg / Fotolia.com

Bergheim (dpa/red) - Algen im Forschungszentrum Jülich werden jetzt mit Kohlendioxid aus einem Kohlekraftwerk gefüttert. Forschungszentrum und RWE stellten am Mittwoch eine entsprechende Vereinbarung in Bergheim vor. RWE stellt demnach täglich 7,2 Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids aus einer Versuchsanlage im konventionellen Kraftwerk Niederaußem zur Verfügung, in der CO2 aus Rauchgas herausgetrennt wird. Es wird in Tankwagen nach Jülich gebracht und dort Algen und anderen Pflanzen als Nährstoff gegeben.

Wirkung von CO2 wird untersucht

Im "Algen Science Center" gewinnen Wissenschaftler aus Mikroalgen Öle als Basis für Biotreibstoffe. Das CO2 setzen die Forscher aber auch ein, um zu untersuchen, wie sich in Zukunft der Ertrag bei Getreide und anderen Nutzpflanzen bei einer erhöhten Kohlendioxidkonzentration verändert wird.

CO2 wurde zuvor in der Chemiebranche verwendet

Mit der CO2-Rauchgas-Waschanlage im Kraftwerk Niederaußem in Bergheim arbeitet RWE seit 2009 an der Optimierung der Technik, CO2 aus Rauchgasen abzutrennen. Die CO2-Einlagerung in den Erdboden gilt als eine Möglichkeit, Kohlendioxid in der Luft zu reduzieren. Für die direkte Nutzung von CO2 gebe es noch keine "große Lösung", erklärte RWE. Zuletzt hatte RWE CO2 an die Chemieindustrie für die Produktion von Dämmstoffen geliefert.

Quelle: DPA