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Kohlekraft-Enthaltsamkeit von RWE stößt auf Skepsis

Die Ankündigung des Stromanbieters RWE, keine neuen Kohlekraftwerke mehr zu bauen, ist auf Skepsis gestoßen. Klima-Bündnisse zweifeln angesichts weit fortgeschrittener Planungen für neue Kraftwerke an der Glaubwürdigkeit des Energieriesen. RWE müsse seinen Ankündigungen auch Taten folgen lassen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - In einem Zeitungsinterview äußerte RWE-Vorstand Leonhard Birnbaum kürzlich, dass es für den Stromanbieter unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht wirtschaftlich sei, neue Kohlekraftwerke in der EU zu realisieren. Elias Perabo, Energieexperte der Klima-Allianz, einem Bündnis aus rund 100 Organisationen, ist skeptisch:"RWE hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach angekündigt, keine neuen Kohleblöcke mehr zu bauen, ohne dass daraufhin etwas geschehen wäre."

RWE baut weiter Kohlekraftwerke

Der Essener Stromanbieter baut derzeit in Neurath ein neues Braunkohlekraftwerk und in Hamm zwei Steinkohleblöcke. Darüber hinaus betreibt RWE für zwei Kohlekraftwerke in Arneburg (Sachsen-Anhalt) und Niederaußem (NRW) die so genannte Flächenvorsorge - hofft also darauf, an diesen Standorten die baurechtliche Zulassung für weitere Kohleblöcke zu erhalten. Insofern ist aus Sicht der Klima-Allianz die vermeintliche Entwarnung bei den Kohleplänen des Energiekonzerns mit Vorsicht zu betrachten.