Gegen Mainzer Kohlekraftwerk

Kohlegegner rufen zur Teilnahme am Erörterungsverfahren auf

Die Bürgerinitiative "Kohlefreies Mainz" (KoMa) und die Mainzer Grünen rufen zur regen Teilnahme am Erörterungsverfahren zum geplanten Mainzer Kohlekraftwerk auf. Die öffentliche Erörterung der insgesamt 47.500 Einwendungen beginnt heute und soll drei Wochen andauern.

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Mainz (ddp-rps/sm) - In den kommenden Wochen habe jeder Einwender die Chance, der genehmigenden Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) seine Bedenken persönlich vorzutragen, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Grünen im Mainzer Stadtrat, Tabea Rößner. Zur Verhinderung des Kraftwerks sei wichtig, dass sich möglichst viele Menschen am Verfahren beteiligen und ihre Bedenken deutlich machen.

Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) wollen bis 2012 auf der Ingelheimer Aue bei Mainz ein 823-Megawatt starkes Kohleheizkraftwerk errichten. Heute beginnt dazu in der Phoenixhalle die öffentliche Erörterung der insgesamt 47.500 Einwendungen gegen das Kraftwerk. Die Teilnahme ist für jeden Bürger offen, Rederecht haben alle der insgesamt 41.958 Einwender. Für die Erörterung sind drei Wochen angesetzt.

Die KoMa sieht in den Antragsunterlagen der KMW eine "riesige Liste" von Fehlern, Kritikpunkten und Lücken. So werde das Thema Energieeffizienz nur auf zwei Seiten und "noch dazu fehlerhaft" abgehandelt, fast 90 Prozent der Abwärme sollten aber ungenutzt in den Kühlturm oder sogar in den Rhein gehen. Die KoMa werde nun versuchen, wie beim Kohlekraftwerk Staudinger auch für die KMW eine Alternativprüfung anderer Energieformen als Auflage zu erreichen, sagte Sprecher Patrick Hassenpflug. Dann werde deutlich, dass die "immense Umweltbelastung" vermeidbar wäre. Die KoMa will mit einem Live-Ticker auf ihrer Homepage kohlefreies-mainz.de über die Erörterung berichten.