Proteste

Kohlegegner demonstrieren gegen neue Tagebaue in der Niederlausitz

Mit einem Sternmarsch wollen Kohlegegner in der Niederlausitz am Sonntag gegen die geplante Abbaggerung ihrer Dörfer protestieren. Die Rechte der Grundbesitzer sind stark eingeschränkt, das Bundesberggesetz stellt das Gemeinwohl in aller Regel obenan.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Guben/Schenkendöbern (ddp/sm) - Zu der ersten Protestaktion im neuen Jahr werden mehrere Hundert Teilnehmer erwartet, wie der Ortsbürgermeister von Atterwasch und das Mitglied des gegen neue Tagebaue kämpfenden Agendarates, Ulrich Schulz (parteilos), am Freitag ankündigte. Beteiligen werden sich Menschen aus den betroffenen Orten Atterwasch, Grabko und Kerkwitz sowie zahlreiche Sympathisanten aus den 13 Ortsteilen der Großgemeinde Schenkendöbern sowie Vertreter von Umweltverbänden, Parteien und Bürgerinitiativen.

Mit dem Sternmarsch solle vor allem die Geschlossenheit der rund 900 betroffenen Bürger und aller Gleichgesinnten gegen Pläne des Energiekonzerns Vattenfall und der Landesregierung zur Erschließung neuer Tagebaue in der Niederlausitz demonstriert werden, erklärte Schulz. Die Demonstranten wollen Sonntagmittag sternförmig aus den betroffenen Orten Atterwasch, Grabko und Kerkwitz zum "Alten Schafstall", einer Wiese bei Kerkwitz, marschieren. Dort ist eine öffentliche Kundgebung geplant.

Unterdessen war am Freitag bekannt geworden, dass der Grünen-Politiker Peter Hettlich gegen die drohende Abbaggerung von Dörfern für neue Tagebaue vorgehen will. Das Bundesberggesetz lasse den Eigentümern von Grundstücken und Häusern so gut wie keine Chance, sich zu wehren, empört sich der Politiker.