Mehrheitsübernahme

Kölner Energieversorger RheinEnergie will MVV-Anteil erhöhen

RheinEnergie hat nach dem Einstieg bei der MVV Energie Interesse an einer weiteren Aufstockung der Beteiligung bekundet. Vorstandschef Schmitz sagte, man wolle weitere Aktien erwerben, wenn es im Zuge von Kapitalerhöhungen bei MVV oder weiteren Anteilsverkäufen von MVV-Aktionären die Möglichkeit hierzu gebe.

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Köln (ddp.djn/sm) - RheinEnergie-Vorstandsvorsitzender Rolf Martin Schmitz schloss auch eine Mehrheitsübernahme von MVV nicht grundsätzlich aus, betonte jedoch, alle weiteren Schritte würden in enger Absprache mit der Stadt Mannheim erfolgen, dem derzeitigen Mehrheitsaktionär von MVV. Die finanziellen Mittel für eine weitere Aufstockung der Beteiligung seien auf jeden Fall vorhanden.

RheinEnergie kauft zurzeit 16,1 Prozent des SDAX-Unternehmens. Das Aktienpaket übernimmt der Kölner Versorger zum Preis von rund 300 Millionen Euro von der Stadt Mannheim. Schmitz zeigte sich zuversichtlich, dass die noch fehlenden Genehmigungen für die Transaktion in der kommenden Woche vom Kölner Stadtrat und dann vom Bundeskartellamt erteilt werden.

Schmitz kündigte zudem eine weitere Expansion seines Unternehmens an. In dem bereits seit längerem andauernden Bemühen um die Stadtwerke Bonn habe man jetzt ein "attraktives Angebot" für eine Übernahme vorgelegt. Damit könnten erhebliche Synergien gehoben werden, sagte der Vorstandschef. Zudem werde RheinEnergie jetzt 25,1 Prozent an dem ebenfalls in Köln ansässigen Versorger rhenag vom RWE-Konzern übernehmen.

RWE ist an RheinEnergie mit 20 Prozent beteiligt. Die übrigen Anteile hält die Stadt Köln. RheinEnergie ist einer der größten Kommunal-Versorger in Deutschland. 2006 erzielte das Kölner Strom-, Gas- und Wasser-Unternehmen einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 207 Millionen Euro.