Veränderungen nötig

Köhler: Schnelle und große Fortschritte beim Klimaschutz nötig

Bundespräsident Horst Köhler fordert rasche Fortschritte beim Klimaschutz. Keine Nation könne mehr "auf Kosten anderer ihr Glück machen", mahnte Köhler am Sonntag anlässlich der Verleihung des Deutschen Umweltpreises in Augsburg. Er hoffe, dass sich im Dezember bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen die Verhandlungsdelegationen "dieser Verantwortung bewusst sind".

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Augsburg (ddp-nrd/red) - Köhler verlangte zugleich einen "Abbau umweltschädlicher Subventionen" und "eine Steuerpolitik, die mehr ökologische Anreize setzt". Der Bundespräsident betonte, man müsse "weg vom Öl" und brauche "einen neuen Antriebsstoff" für die Volkswirtschaften. Notwendig seien ein Ausbau der erneuerbaren Energien sowie "viel mehr Energie- und Ressourceneffizienz". Dieser Wandel sei "ökologisch nötig" und zugleich "wirtschaftlich chancenreich".

Köhler mahnte: "Dabei müssen wir uns darüber im Klaren sein: Es geht nicht um das Drehen an einigen kleinen Stellschrauben der Energieversorgung, und wir haben auch nicht beliebig Zeit." Es gehe "um nichts weniger als um die Transformation in eine postkarbone Gesellschaft". Dies werde für alle "Veränderung und Umstellung bedeuten".

Potenzial ist da, schnellstmöglich erschließen

Der Bundespräsident betonte: "Das Potenzial für eine ökologische industrielle Revolution haben wir. Wir müssen es aber auch so schnell wie möglich erschließen." Eine Hilfe seien dabei die Regeln der Marktwirtschaft. Es sei wichtig, "in den Preis einer jeden Sache und Dienstleistung einzurechnen, was sie die Allgemeinheit kosten - an sauberer Luft, an endlichen Rohstoffen, an Abfall, an Lärm und Staus".

Köhler fügte hinzu, an der "Gestaltung einer neuen, besseren Welt" könne jeder Bürger mitwirken. Er mahnte: "Wir haben unsere Zukunft zu einem guten Teil selbst in der Hand. Nutzen wir diese Chance - in Verantwortung vor der Schöpfung und zum Wohle unserer Kinder und Enkel."

Deutscher Umweltpreis verliehen

Der Deutsche Umweltpreis ist mit 500.000 Euro der höchstdotierte Europas. Er geht in diesem Jahr an zwei Unternehmer, einen Wissenschaftler und die Ehrenvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Angelika Zahrnt. Sie bekommt den Preis für ihren jahrzehntelangen Einsatz für den Umweltschutz.

Die Unternehmer Petra Bültmann-Steffin und Carsten Bührer als Neuenrade beziehungsweise Rheinbach in Nordrhein-Westfalen werden für eine Technologie ausgezeichnet, mit der in energieintensiven Industrien große Mengen an Energie eingespart werden kann. Der Wissenschaftler Bo Barker Jörgensen aus Bremen wird für seine Forschung zum Verständnis mikrobieller Vorgänge in den Meeren gewürdigt.