Energiekonzept gefordert

Koch warnt vor Romantik bei Ökostrom

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) verlangt eine grundlegende Neuausrichtung der erneuerbaren Energien. "Es muss Schluss sein mit der romantischen Träumerei, als würde künftig jeder seine Energie selbst produzieren", sagte er der "Wirtschaftswoche".

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

München (ddp/red) - Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat von der Bundesregierung ein klares Energiekonzept gefordert. Andernfalls könne die Branche die anstehenden hohen Investitionen in Höhe von 80 Milliarden Euro bis 2020 in Netze und Kraftwerke nicht umsetzen, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller dem "Focus". Dann drohten Kapazitätsengpässe.

Förderung privater Anlagen stoppen

Koch fordert im Rahmen eines solchen Konzeptes eine Neuausrichtung der Öko-Energien. Er verwies darauf, dass auch die regenerativen Energien "nur im industriellen, großtechnischen Maßstab effizient und zu vertretbaren Kosten eingesetzt werden" können. Zwar werde 2050 Deutschland als eine moderne Industriegesellschaft ohne fossile Brennstoffe versorgt. Doch werde dies eher durch einen Windpark in der Nordsee oder einen Solarpark in der Wüste geschehen, sagte er. Deshalb müsse die Bevorzugung der privaten Erzeugung beendet werden. Die Einspeisevergütung sei nur "ein Übergangsinstrument", ohne die sich die moderne Solartechnologie nicht entwickelt hätte. Doch könne es sie nicht auf Dauer geben, sagte Koch.

Laufzeitverlängerung nicht für Aktionäre

Mit Blick auf die Nutzung der Atomenergie sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Müller, dass der Verband eine Laufzeitverlängerung befürworte, jedoch nicht zulasten der "Energieunternehmen ohne Kernkraft". Koch verwies dabei erneut auf eine Abgabe der Energiekonzerne. "Die Verlängerung wird es zugunsten der Gesellschaft geben, nicht zugunsten der Aktionäre", sagte er.