Architektur anpassen

KMW will Gestaltung von Kohlekraftwerk ausschreiben

Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) will einen Wettbewerb zur Architektur des geplanten Kohleheizkraftwerks ausloben. "Es ist für uns ausgesprochen wichtig, dass sich das neue Kraftwerk stimmig in das vorhandene Umfeld auf der Ingelheimer Aue einfügt", sagte KMW-Vorstand Werner Sticksel.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Deshalb werde das Unternehmen die architektonische Gestaltung des Kesselhauses ausschreiben. "Auch wollen wir mit dieser Maßnahme in besonderem Maße auf die dazu geäußerten Wünsche von Mainzer und Wiesbadener Bürgern eingehen", fügte Sticksel hinzu.

Die Bedingungen für die Teilnahme an dem Wettbewerb sollen Stickel zufolge in Kürze veröffentlicht werden. "Das Ergebnis dieses Wettbewerbs soll Maßstäbe setzen", betonte er. "Mainz soll zu einem besonderen Ziel für alle werden, die sich für zukunftsweisende Industriearchitektur interessieren."

Die KMW wollen bis 2012 auf der Ingelheimer Aue ein 823-Megawatt-Kohleheizkraftwerk errichten. Mitte Mai endete das Erörterungsverfahren, bei dem rund 47.000 Einwendungen gegen das Projekt einbezogen wurden. Eine Entscheidung, ob die Anlage genehmigungsfähig ist, wird im Oktober erwartet.

Der Sprecher der Bürgerinitiative Kohlefreies Mainz (KoMa), Patrick Hassenpflug, reagierte mit Unverständnis auf die architektonischen Pläne des Kraftwerksbetreibers: "Es ist schon erstaunlich, dass die KMW um die äußere Gestaltung des Werks bemüht ist, während etliche deutlich wichtigere Aspekte nach wie vor ungeklärt sind." Man wolle das Werk nicht, da können die KMW es anpinseln lassen, wie sie wollen, unterstrich Hassenpflug.