Angst um Arbeitsplätze

KMW und Stadtwerke-Mitarbeiter demonstrieren für Kohlekraftwerk

Rund 700 Beschäftigte der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW), der Mainzer Stadtwerke und der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) haben heute für den Bau des umstrittenen Kohlekraftwerks auf der Ingelheimer Aue demonstriert. Ein Gaskraftwerk als Alternative nennt der KMW-Betriebsratschef unrealistisch.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Sollte der Bau des bereits geplanten 800-Megawatt-Kraftwerks doch noch scheitern, fürchten insbesondere die 435 KMW-Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze, wie Betriebsratschef Hans-Joachim Heidecker auf ddp-Anfrage sagte. Nur ein Bruchteil davon könne vielleicht im Müllheizkraftwerk weiter beschäftigt werden, zumal allein 50 der 435 Beschäftigten schon jetzt allein wegen des geplanten Kohlekraftwerks eingestellt seien.

Nach Polizeiangaben zogen die Teilnehmer am Morgen in zwei Demonstrationszügen vom Betriebsgelände der KMW und der Stadtwerke in Richtung Zollhafen, wo eine gemeinsame Betriebsversammlung stattfand, an der auch Vertreter der Stadtratsfraktionen von CDU, SPD, FDP und Grünen teilnahmen.

Heidecker kritisierte insbesondere den erst vor wenigen Wochen erfolgten Meinungsschwenk der CDU als "unverständlich". Seit dem Stadtratsbeschluss vor gut einem Jahr, als die CDU noch für das Kohlekraftwerk gestimmt hatte, habe sich "nichts geändert", sagte der Betriebsratschef. Die nun vorgetragene Alternative eines neuen Gaskraftwerks sei unrealistisch. Es gebe auf dem Markt keine Anbieter, die langfristig Gas zu Preisen lieferten, die eine wirtschaftliche Stromerzeugung erlaubten.

Heidecker verwies in diesem Zusammenhang auf das bestehende Gaskraftwerk auf der Ingelheimer Aue, von dessen zwei Blöcken einer mangels Gas bereits stillliege. Für den zweiten Block bestehe nur noch ein Liefervertrag bis 2014. Danach sei eine wirtschaftliche Stromproduktion voraussichtlich nicht mehr möglich, wenn kein Kohlekraftwerk als Ersatz gebaut werde.