Studie

Klimawandel gefährdet Schneesicherheit in den Alpen

Viele Skigebiete in den bayerischen Alpen werden einer Studie zufolge auch bei einer weiteren Aufrüstung mit Schneekanonen den Wettlauf gegen den Klimawandel verlieren. In rund zwanzig Jahren werden selbst bei einem weiteren Ausbau der künstlichen Beschneiung nur noch 50 bis 70 Prozent der Skigebiete schneesicher sein.

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München (AFP/red) - Das ergab die am Donnerstag vom Deutschen Alpenverein in München vorgestellte Untersuchung. Dem Verein zufolge ist dies die erste Studie, die die Folgen des Klimawandels für Skigebiete unter Berücksichtigung der künstlichen Beschneiung ermittelte.

Manchmal reichen selbst Schneekanonen nicht

Die Studienmacher gingen bei der Schneesicherheit von einer gewünschten Länge der Wintersaison von hundert Tagen aus. Untersucht wurden 46 Skigebiete in den bayerischen Alpen. Derzeit sei von diesen die Hälfte naturbedingt schneesicher, die andere Hälfte könne mit Schneekanonen schneesicher gemacht werden. Schon heute gelte dies aber für die wichtige Weihnachtssaison nur eingeschränkt - 15 Prozent könnten auch mit Hilfe von Schneekanonen in dieser Zeit nicht mehr schneesicher gemacht werden.

Ein Anstieg der Durchschnittstemperaturen um zwei Grad Celsius würde der Studie zufolge dazu führen, dass nur noch vier Prozent der Skigebiete in der Weihnachtszeit natürlich schneesicher und neun Prozent mit Hilfe von Schneekanonen schneesicher gemacht werden könnten - für 87 Prozent der Gebiete gebe es aber in der Weihnachtszeit dann keine Schneesicherheit mehr. Hierbei handelt es sich allerdings um eine Langfristprognose, bis 2030 sei mit einem Anstieg der Durchschnittstemperatur um 1,5 Grad Celsius zu rechnen.

Skigebiete womöglich nicht mehr rentabel zu betreiben

Mittelfristig, also in einem Zeitraum von 15 bis 25 Jahren, müssen laut Alpenverein die Skigebiete in den bayerischen Alpen rund ein Drittel mehr Schnee produzieren als heute, um schneesicher zu bleiben. Langfristig - also von 25 bis 65 Jahren - müsse die Produktion nach den derzeitigen Klimamodellen verdoppelt bis verdreifacht werden. Es bedürfe nun einer gesonderten Analyse, ob sich die Skigebiete bei deutlich steigenden Beschneiungskosten überhaupt noch rentabel betreiben lassen. Noch nicht berücksichtigt sei dabei, ob die ökologischen Folgen eines massiven Ausbaus überhaupt noch akzeptabel seien.

Der Alpenverein forderte die Landesregierung auf, keine Steuergelder mehr für Beschneiungsanlagen als Subventionen zu gewähren. Stattdessen müssten langfristige Konzepte entwickelt werden, die dem Klimawandel ebenso wie der regionalen Raumplanung gerecht werden. Gerade in niedrig gelegenen Skigebieten müssten alternative Tourismuskonzepte gesucht werden.

Quelle: AFP