Bericht

Klimawandel führt in Sachsen zu Wetterextremen und Trockenheit

Das Bundesland Sachsen hat die Auswirkungen des Klimawandels untersuchen lassen. Ergebnis: In den nächsten 50 Jahren wird es zu mehr Wetterextremen wie Hagel und starken Niederschlägen sowie zu längeren Trockenperioden kommen. Zudem erhöhe sich die Jahresdurchschnittstemperatur um zwei Grad.

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Dresden (ddp-lsc/sm) - Der weltweite Klimawandel wird in den kommenden Jahrzehnten auch auf Sachsen spürbare Auswirkungen haben. So werde es in den nächsten 50 Jahren zu mehr Wetterextremen wie Hagel und starken Niederschlägen sowie zu längeren Trockenperioden kommen, sagte Umweltminister Stanislaw Tillich (CDU) am Donnerstag in Dresden bei der Vorstellung des Berichts "Klimawandel in Sachsen".

Im Tiefland werden die Niederschläge laut Tillich besonders in der Vegetationsperiode zurückgehen. Zugleich erhöhe sich die Jahresdurchschnittstemperatur um zwei Grad, bis in hundert Jahren sogar um 3,2 Grad. Die Klimaveränderung habe deutliche Auswirkungen auf die Wälder sowie auf die Land- und Wasserwirtschaft und den Tourismus.

Tillich betonte, die Folgen des globalen Klimawandels ließen sich auch in Sachsen "nicht mehr übersehen". So setze beispielsweise bereits heute die Obstblüte durchschnittlich zwölf Tage eher ein als noch zu Beginn der sechziger Jahre. Ursache für die klimatischen Veränderungen sei vor allem der Verbrauch fossiler Brennstoffe. Hierzu zählen Erdöl, Erdgas und Kohle.

In der Landwirtschaft ist in Zukunft durch die steigenden Temperaturen und die fehlenden Niederschläge mit stärkerem Befall der Ackerpflanzen durch Pilze, Schädlinge und Unkraut zu rechnen. Vor allem der Kartoffelkäfer werde in Sachsen vermehrt auftreten sowie bislang nicht verbreitete Unkrautarten wie Samtpappel und Giftbeere. Durch Extremniederschläge droht den Angaben zufolge auch verstärkte Bodenerosion. Daher werde eine pfluglose Bodenbearbeitung empfohlen, erläuterte Tillich.

In Sachsen Wäldern wirkt sich der Klimawandel vor allem auf die Zusammensetzung des Baumbestands aus. Beispielsweise werden Laubbäume in Tieflandregionen wegen fehlenden Wassers zurück gehen. Statt dessen werden sich Kiefern ausbreiten. In den niederschlagsarmen Regionen Nordsachsens werde sich eine Art Trockenwald mit Kiefern, Eichen und Robinien entwickeln. Tillich betonte, in der Forstwirtschaft werde der Klimawandel bereits berücksichtigt. Der Waldumbau laufe und solle von 600 auf rund 1600 Hektar ausgedehnt werden.

Beim Tourismus sind nach Tillichs Worten vor allem die Wintersportgebiete des Erzgebirges betroffen, die in Zukunft aufgrund steigenden Temperaturen und geringerer Schneemengen alternative Urlaubsangebote entwickeln müssen. Zudem könnte es aufgrund des geringeren Niederschlags zu Veränderungen bei der Trinkwasserversorgung kommen.