Saarland

Klimaschutzbündnis fordert alternatives Energiekonzept vom Land

Nach der Ablehnung des Neubaus eines Kohlekraftwerks in Ensdorf fordert das Aktionsbündnis für Klimaschutz von der Landesregierung ein alternatives Energiekonzept für das Saarland. Eine Alternative sei beispielsweise ein Gas-Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung.

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Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Beim bundesweiten Aktionstag "Klimaschutz jetzt" am Samstag wolle das Bündnis dazu der Landesregierung rund 30.000 Unterschriften übergeben, kündigte der Sprecher des saarländischen BUND, Joachim Götz, an. Die Übergabe ist bei einer Kundgebung vor der Saarbrücker Staatskanzlei (11.00 Uhr) geplant.

Die Ensdorfer hätten sich bei der Abstimmung nicht grundsätzlich gegen den Bau eines neuen Kraftwerks ausgesprochen, sondern nur gegen ein Kraftwerk in der Dimension von 1600 Megawatt, wie es RWE geplant hatte, sagte Götz. Nach der Bürgerbefragung seien nun sowohl RWE als auch die Landesregierung aufgefordert, Alternativen als Ersatz für die alten Kohlekraftwerke mit geringem Wirkungsgrad und hoher Umweltbelastung vorzulegen. In Frage komme dafür zum Beispiel ein 500-Megawatt-Kraftwerk auf Gas-Basis mit Kraft-Wärme-Kopplung und einem Wirkungsgrad von über 70 Prozent.

Sowohl Götz als auch die Vorsitzende der Initiative "Bürger für Klima- und Umweltschutz", Jutta Krüger-Jacob, betonten, durch die Abstimmung in Ensdorf sei es zwar gelungen, das Falsche zu verhindern. Das Richtige sei aber noch nicht erreicht. Der Landesregierung warf Götz vor, sie habe ebenso wie RWE keinen "Plan B" für den Fall einer Ablehnung des Projekts durch die Bevölkerung gehabt. Bei der Befragung hatten 70 Prozent der teilnehmenden Ensdorfer Bürger gegen das Kraftwerk gestimmt.