Kyoto nach 2012

Klimaschutz: Experten beraten in Bonn

Über eine Fortführung der Klimaschutzvereinbarung, bekannt als Kyoto-Protokoll, beraten derzeit die Mitgliedsstaaten der UN-Klimakonvention (UNFCCC) in Bonn. Das "Bonner Seminar" ist die erste offizielle Veranstaltung im Klimaprozess, die sich der Zukunft des Klimaschutzes nach 2012 widmet.

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Bonn (red) - Regierungsexperten aus aller Welt beraten seit gestern in Bonn über die Umsetzung des Klimaschutzes in ihren Ländern und über zukünftige Klimaschutzmaßnahmen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin eröffnete das sogenannte "Bonner Seminar" gemeinsam mit seinem argentinischen Amtskollegen Gines Gonzalez Garcia und der Exekutivsekretärin des Klimasekretariats Joke Waller-Hunter.

Das Bonner Seminar ist die erste offizielle Veranstaltung im Klimaprozess, die sich der Zukunft des Klimaschutzes nach 2012 widmet. Trittin: "Der Klimaschutz darf im Jahre 2012 nicht enden oder auch nur eine Pause einlegen. Bei ungebremster Erwärmung droht uns eine Welt ohne Regenwald am Amazonas, ohne Eisdecke auf Grönland und ohne Golfstrom. An solche Veränderungen kann man sich nicht anpassen, man muss sie verhindern. Dafür bleibt nicht mehr viel Zeit." Deshalb fordere die EU eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf zwei Grad gegenüber vorindustriellem Niveau.

Trittin forderte den raschen Beginn von Verhandlungen über eine weitere Verpflichtungsperiode: "Die bisherigen Verpflichtungen des Kyoto-Protokolls zeigen bereits Wirkung: Investitionen, Forschung und Entwicklung werden in klimafreundliche Technologien, z.B. der Erneuerbaren oder in Energieeffizienz gelenkt".

"Um den Klimawandel zu stoppen, müssen die Staaten der Welt das bisher Beschlossene umsetzen und künftig weit mehr tun. Die Hauptverantwortung liegt hier bei den Industrieländern. Sie müssen bis 2050 eine Reduzierung ihrer Treibhausgase um etwa achtzig Prozent erreichen. Zugleich müssen sie jenen ärmeren Ländern helfen, die besonders hart vom Klimawandel betroffen sind. Und auch Schwellenländer wie China oder Indien müssen beim Schutz des Weltklimas mitmachen", forderte indes Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer. "Wenn Ende diesen Jahres in Kanada die erste Nachfolgekonferenz seit Inkrafttreten des globalen Klimaschutzabkommens stattfindet, muss Substanzielles auf den Tisch. Dafür müssen in Bonn die Weichen gestellt werden."

Das Bonner Seminar wurde als Gedankenaustausch über die Umsetzung der bisherigen und über zukünftige Klimaschutzverpflichtungen von der 10. Konferenz der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention im Dezember in Buenos Aires beschlossen. An das Seminar schließen sich zweiwöchige internationale Verhandlungen zu technischen, wissenschaftlichen und Umsetzungsfragen des Klimaschutzes an.