Unwetterschäden

Klimaschutz durch erneuerbare Energien

Die Flutkatastrophe ruft den Klimaschutz dramatisch in Erinnerung - und so weist auch der Bundesverband Erneuerbare Energie auf die Bedeutung der regenerativen Energien in diesem Zusammenhang hin. Die Förderung dürfe nicht beschränkt werden - wer heute billigen Strom konsumiere, vertage die Schäden auf die Zukunft.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Förderung von erneuerbaren Energien dürfe nicht beschränkt werden, meint der Bundesverband Erneuerbare Energie. BEE-Präsident Lackmann: "Die Politik muss sich entscheiden, zukünftig immense Reparaturkosten zu bezahlen oder heute in erneuerbare Energien zu investieren".In Zusammenhang mit den Unwetterschäden in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie in weiten Teilen Europas hat auch der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) auf die Bedeutung der regenerativen Energien für den Klimaschutz hingewiesen. Nur eine entschiedene Klimaschutzpolitik - sprich: die Senkung der Treibhausgasemissionen um 60 bis 70 Prozent weltweit innerhalb dieses Jahrhunderts - könne derart katastrophale Schäden in der Zukunft mildern.

Zentrale Rolle spiele dabei die Energie- und Verkehrspolitik, so BEE-Präsident Johannes Lackmann. Fossile Energieträger wie Kohle, Gas und Erdöl seien die Hauptverursacher der seit der Industrialisierung steigenden Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre. Deswegen müssten diese schnellstmöglich durch CO2-neutrale erneuerbare Energien ersetzt werden.

Ein erster nationaler Erfolg sei der Umstand, dass bereits heute in Deutschland fünf Prozent der energiebedingten Treibhausgase durch den Einsatz von Wind, Wasser, Sonnenenergie, Erdwärme und Biomasse vermieden würden. Nur auf den Stromsektor bezogen, so Lackmann, liege der Anteil sogar bei 10,3 Prozent.

Das Klimaschutzziel der Bundesregierung liegt bei insgesamt 25 Prozent Einsparung bis 2005. Mit Hilfe der Förderung erneuerbarer Energien und Energiespar- und Effizienzmaßnahmen könne dieses Ziel leicht erreicht werden. Darüber hinaus müssten aber weitergehende Ziele formuliert werden.

Lackmann: "Der BEE fordert die Politik auf, sich zu den Reduktionszielen von 40 Prozent bis 2020 und 80 Prozent bis 2050 zu bekennen". Diese seien bereits Bestandteil der Arbeit der Enquete-Kommission "Nachhaltige Energieversorgung" des Deutschen Bundestages gewesen. Dabei hatte die Kommission empfohlen, erneuerbare Energien weiter massiv zu fördern. Bis 2050 sollte mindestens 50 Prozent des Gesamtenergiebedarfes durch regenerative Energieträger gedeckt werden.

Hierfür ist aus Sicht des BEE die Fortsetzung und Weiterentwicklung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) unabdingbar. Zusätzlich bedürfe es eines Förderinstrumentes für regenerative Wärmeerzeugung und weiterer Anstrengungen, um das Potenzial biogener Treibstoffe zu nutzen.

BEE-Präsident Lackmann: "Wer heute angesichts der offensichtlichen Folgen zukünftiger Unwetter über angebliche Belastungen durch die EEG-Förderung klagt, stellt sich selbst ins Abseits". In den letzten Wochen waren verstärkt Stimmen aus Industrie, Union und FDP laut geworden, die die Förderung erneuerbarer Energien einschränken wollten. Lackmann: "Es gibt nicht die Möglichkeit, heute billigen Strom zu konsumieren und die Schäden auf die Zukunft zu vertagen. Die Politik muss sich dazwischen entscheiden, zukünftig immense Reparaturkosten zu bezahlen oder heute in erneuerbare Energien zu investieren".

Dabei lägen die Mehrkosten der deutschen Stromverbraucher aktuell nur bei gut einem Zehntel-Cent pro verbrauchter Kilowattstunde. "Die Förderung erneuerbarer Energien liegt heute schon unter den mit ihrem Einsatz vermiedenen Umweltkosten der konventionellen Energie", so Lackmann. "Eine Abkehr vom deutschen Fördersystem wäre absolut unsinnig und ökologisch fahrlässig."