Beratungen fortgesetzt

Klimakonferenz in Kopenhagen: Verhandlungen gehen weiter

Die Beratungen in Kopenhagen sind wieder aufgenommen worden. In der Nacht waren die Verhandlungen ergebnislos vertagt worden, da die G77-Länder Bedenken hinsichtlich des weiteren Prozesses angemeldet hatten. Die dänische Präsidentschaft hatte daraufhin den Versuch, einen eigenen Entwurf für ein Abschlussdokument vorzulegen, zurückgezogen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Kopenhagen (ddp/red) - Die Entwicklungsländer pochen auf die Fortführung des bestehenden Kyoto-Protokolls, das konkrete Minderungsziele der Industriestaaten vorsieht. Außerdem fordern sie, dass die Staats- und Regierungschefs, die am Donnerstag in Kopenhagen erwartet werden, über kein Papier verhandeln dürften, das nicht zuvor alle Staaten akzeptiert hätten. Röttgen sprach von einer "Krisensituation der Verhandlungen", die einen Tag Zeit gekostet habe. Die Möglichkeit für einen Kompromiss bestehe jedoch nach wie vor. Yvo de Boer, Leiter des UN-Klimasekretariats, hofft auf Angela Merkel: Sie sei eine "Klima-Kämpferin" von Format. Ihr Einsatz auf dem Gipfel werde hilfreich sein.

USA: 100 Milliarden Dollar für Klimaschutz-Fond

US-Außenministerin Hillary Clinton kündigte unterdessen an, dass die USA bereit seien, sich an einem internationalen Fonds für Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern zu beteiligen, der ab 2020 100 Milliarden Dollar pro Jahr umfassen solle. "Wir alle haben diese Verhandlungen voranzutreiben", sagte sie. Es gehe nicht länger um ein "wir gegen sie". "Wir sitzen alle in einem Boot und wir müssen den Fluss friedlich überqueren", fügte sie hinzu. Zuvor waren die Entwicklungsländer von höheren Forderungen abgerückt.