Katrina

Klimakatastrophen: Umdenken in Energie- und Klimapolitik erforderlich

Erst die Flut in Bayern und Österreich, jetzt der Hurrikan in Amerika - zwei Naturkatastrophen derartigen Ausmaßes innerhalb von zehn Tagen. Experten befürchten, dass die Zahl weiter zunimmt und fordern deshalb ein zügiges Umdenken in der Energie- und Klimapolitik, besonders von den USA.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Hurrikan Katrina hat in New Orleans und Umgebung schlimme Verwüstungen und Überschwemmungen hinterlassen, die Schäden der Flutkatastrophe letzte Woche in Bayern sind noch längst nicht behoben. Dass derartige Naturkatastrophen auch durch den Klimawandel hervorgerufen werden, ist in der Fachwelt unumstritten. Deshalb ist ein Umdenken in der Klimapolitik unerlässlich, sagte Dr. Simone Peter, Kampagnenleiterin von "Deutschland hat unendlich viel Energie", heute in Berlin.

Während sich der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Prof. Dr. Norbert Walter, sicher ist, dass weitere Klimakatastrophen auch in den USA zum Umdenken in der Energiepolitik führen werden, forderte Peters erneut den Ausbau erneuerbarer Energien. "Ohne eine konsequente Klimavorsorgepolitik wird es auf der Erde noch wärmer und das kommt uns teuer zu stehen. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist wesentlich kostengünstiger als die Schäden, die wir durch den Klimawandel zu erwarten haben."

Ihren Angaben zufolge vermeidet die Nutzung von Sonnen-, Wind- und Bioenergie, Wasserkraft und Erdwärme in Deutschland bereits heute den Ausstoß von mehr als 70 Millionen Tonnen Kohlendioxid.

Auch der umweltpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Peter Paziorek, forderte mehr Einsatz für eine weltweit konsequente Klimavorsorgepolitik. "Eine konsequente Klimaschutzpolitik wirkt nur langfristig. Deshalb sind bereits heute auch Maßnahmen zu ergreifen, die die Folgen extremer Wetterereignisse abwehren und bewältigen helfen." Durch moderne Technologien könnten die Folgen von Unwettern gemildert und Leben gerettet werden. Die bestehenden Klimavereinbarungen sollten deshalb zu einer Kyoto-PLUS-Initiative weiterentwickelt werden, in der auch die weltgrößten Kohlendioxid-Produzenten sowie die Schwellen- und Entwicklungsländer eingebunden sind.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und seine amerikanische Schwesterorganisation Friends of the Earth (FOE) haben indes US-Präsident George W. Bush aufgefordert, seine bisherige Energiepolitik zu korrigieren und dem Kyoto-Klimaschutzabkommen beizutreten. Brent Blackwelder, Präsident von Friends of the Earth USA: "Millionen von Menschen vor allem in ärmeren Ländern leiden seit langem unter den Folgen des Klimawandels. Präsident Bush aber vernachlässigt die Klimapolitik sträflichst." Bush müsse die Ölförderung in Naturschutzgebieten stoppen und stattdessen alternative Energien fördern, präzisierte BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm.