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14.12.2009, 10:50 Uhr

Strom-News

Halbzeit in Kopenhagen

Klimagipfel: Zugestandnisse von USA und China gefordert

Zur Halbzeit der UN-Klimakonferenz forderten Deutschland und die EU andere Staaten zu größeren Zugeständnissen auf. Einer aktuellen Studie zufolge könnte ein Alleingang beim Klimaschutz Deutschland 55.000 Jobs kosten, ein weltweites Abkommen jedoch als Jobmotor wirken. Währenddessen liegt ein erster offizieller Textentwurf der UN vor.

Kopenhagen (ddp/red) - "Wir werden unsere ehrgeizigen Ziele nur erreichen, wenn Länder in allen Teilen der Welt ihren Beitrag dazu leisten", machte Merkel am Wochenende klar. Sie lehnte weitergehende Vorleistungen ab. "Wir werden nicht zulassen, dass Deutschland und die anderen europäischen Industriestaaten weit vorangehen beim Klimaschutz, andere nichts tun und dann Arbeitsplätze bei uns abwerben mit dem Argument weniger Kosten für den Klimaschutz", sagte Merkel.

Außerdem sprach sie sich für die Ausdehnung des Emissionshandels aus: "Es wäre wünschenswert, dass wir in Zukunft CO2-Zertifikate weltweit handeln und international überwachen, so dass wir CO2 dort einsparen, wo dies am billigsten und einfachsten geht."

Studie: Klimaschutz in Alleingang könnte 55.000 Jobs kosten

Einer aktuellen Studie zuoflge könnte ein Alleingang von EU und Deutschland beim Klimaschutz bis zu 55.000 Jobs in Deutschland kosten. Zugleich würde das deutsche Bruttoinlandsprodukt um einen zweistelligen Milliardenbetrag sinken, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen GWS für den Energieversorger RWE. Dagegen würde Deutschland von international verbindlichen Vorgaben überproportional profitieren. Demnach könnten dann Zehntausende zusätzliche Jobs entstehen.

46-Punkte-Fahrplan der UN für ein besseres Klima

Unterdessen berieten in Kopenhagen am Samstag Vertreter aus 192 Staaten über einen ersten offiziellen Textentwurf der UNO, der seit Freitag im Umlauf ist. Als langfristiges Klimaschutzziel werden in dem 46-Punkte-Fahrplan sowohl eine Begrenzung der Erderwärmung auf maximal zwei Grad als auch auf maximal 1,5 Grad gegenüber vorindustriellem Niveau genannt. Vor allem die Inselstaaten pochen auf letztgenanntes Ziel, doch selbst zwei Grad sind umstritten.

Der Beitrag der Industriestaaten soll dabei eine Minderung ihrer Treibhausgasemissionen um 75 bis 95 Prozent gegenüber 1990 umfassen. Kurzfristig sind in dem Entwurf Einsparungen von bis zu 45 Prozent bis 2020 genannt, die in erster Linie im eigenen Land erbracht werden sollen. Für die Entwicklungsländer ist im gleichen Zeitraum eine Verminderung der Emissionen um 15 bis 30 Prozent bis 2020 vorgesehen, allerdings im Vergleich zum bisherigen Wachstumsszenario. Die Vorlage sieht vor, den Stand der Emissionsminderungen im Hinblick auf die Verpflichtungen regelmäßig zu überprüfen.

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