Klimaschutz

Klimagipfel: Wer bietet was in Kopenhagen?

In Kopenhagen feilschen Vertreter aus 192 Staaten über Maßnahmen gegen den Klimawandel. Ziel ist die Begrenzung der Erderwärmung auf maximal zwei Grad gegenüber vorindustriellem Niveau. Dazu müssen die CO2-Emissionen in den nächsten Jahren drastisch sinken. Lesen Sie hier, welche Angebote aktuell auf dem Tisch liegen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Die EU will in den nächsten zehn Jahren 20 Prozent ihrer Treibhausgase im Vergleich zu 1990 einsparen - 30 Prozent sollen es werden, wenn andere Industriestaaten mitziehen. Für den Klimaschutz in Entwicklungsländern werden nach Berechnungen der EU insgesamt 100 Milliarden Euro pro Jahr benötigt, sie sollen aus einer Kombination aus Eigenleistungen der Entwicklungsländer, aus einer Finanzierung über den internationalen CO2-Markt und aus internationalen öffentlichen Mitteln gedeckt werden. Der Gesamtumfang öffentlicher Mittel könnte demnach zwischen 22 und 50 Milliarden Euro liegen, wovon die EU etwa ein Drittel zu tragen hätte.

Deutschland will über die EU-Pläne hinaus die Treibhausgasemissionen in den nächsten Jahren um 40 Prozent gegenüber 1990 senken. Außerdem beschloss der Bundestag in der vergangenen Woche, dass die Beiträge zur Finanzierung des internationalen Klimaschutzes auf das Ziel angerechnet werden sollen, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für öffentliche Entwicklungshilfe auszugeben.

USA langfristig ehrgeizig beim Klimaschutz

Die USA wollen den Kohlendioxidausstoß bis 2020 um 17 Prozent gegenüber 2005 senken. Dies entspricht den Vorgaben, die das US-Repräsentantenhaus im Juni verabschiedete. Die Entscheidung im Senat steht allerdings noch aus. Im Vergleich zu 1990, dem Basisjahr für die Verhandlungen, bedeuten die Ziele jedoch lediglich eine Senkung von drei bis vier Prozent. Gleichzeitig haben sich die USA ehrgeizige Langfristziele gesetzt: Bis 2030 sollen die Emissionen im 41 sinken, bis 2050 um 83 Prozent.

Russland hat zugesagt, seine Treibhausgasemissionen in den nächsten zehn Jahren um bis zu 25 Prozent gegenüber 1990 zu senken, wenn andere Staaten ebenfalls Zugeständnisse machen. Zuvor hatte Russland 10 bis 15 Prozent angekündigt.

China und Indien koppeln Ziele an Wirtschaftswachstum

Die Schwellenländer fordern die Industriestaaten auf, mit gutem Beispiel voran zu gehen. Dann sind sie selbst ebenfalls zu Zugeständnissen bereit. In Abhängigkeit vom Wirtschaftswachstum will China in den nächsten zehn Jahren 40 bis 45 Prozent der Treibhausgase im Vergleich zu 2005 einsparen. Indien zielt ebenfalls darauf ab, die Energieeffizienz zu erhöhen: Bis 2020 soll der Treibhausgasausstoß um 20 bis 25 Prozent gegenüber 2005 sinken - ebenfalls in Abhängigkeit vom Bruttoinlandsprodukt. Bis 2030 sollen es 37 Prozent sein.

Brasilien bietet 36 bis 39 Prozent gegenüber dem bisherigen Wachstumsszenario, im Vergleich zu 2005 entspricht dies einem Rückgang von etwa 15 bis 18 Prozent. Ein Viertel der Einsparungen soll erzielt werden, indem weniger Regenwald abgeholzt wird. Die südafrikanische Regierung sagte zu, die Treibhausgase in den kommenden zehn Jahren um 34 Prozent zu senken, ebenfalls im Vergleich zum bisherigen Wachstumsszenario.